Humanitäre Hilfe und emergency.lu Wirksame Hilfe im Krisen- oder Katastrophenfall

Im Krisen- oder Katastrophenfall deckt die humanitäre Hilfe Luxemburgs die drei Hauptphasen des Interventionszyklus ab: Soforthilfe, Unterstützung beim Wiederaufbau und Prävention. Und dies stets unter Wahrungder humanitären Grundsätze der Menschlichkeit, Unvoreingenommenheit, Neutralität und Unabhängigkeit.  

Die drei Säulen der humanitären Hilfe bei der Entwicklungszusammenarbeit Luxemburgs

Durch die humanitäre Hilfe kann das Großherzogtum im Falle von humanitären Katastrophen, Naturkatastrophen oder Gewaltkonflikten vorrangig in Form von Notfallhilfe aktiv werden. Die Notfallhilfe zielt auf die Deckung der Grundbedürfnisse der notleidenden Bevölkerung ab.

Auf diese Phase folgt eine Phase der Transition, in der die notwendigen Grundlagen zur Wiederaufnahme des Alltagslebens dadurch geschaffen werden sollen, dass die zerstörten kommunalen und privaten Infrastrukturen wiederaufgebaut sowie die Grundversorgung und die wirtschaftliche Lebensgrundlage wiederhergestellt werden.

Schließlich umfasst die humanitäre Hilfe auch einen dritten Themenbereich, nämlich die Resilienz und die Prävention. Diese bestehen darin, die Gemeinden durch die Stärkung ihrer sozioökonomischen Leistungsfähigkeit und ihrer Widerstandsfähigkeit sowie durch die Schaffung eines günstigen Umfelds für ihre nachhaltige Entwicklung auf Krisen und etwaige drohende Katastrophen vorzubereiten.

Humanitäre Grundsätze

Die humanitäre Hilfe Luxemburgs wird unter der Wahrung der vier humanitären Grundsätze durchgeführt, das heißt:

  • das Prinzip der Menschlichkeit, deren Hauptziel darin besteht, Leben zu retten und das Leid überall dort lindern, wo es angetroffen wird;
  • das Prinzip der Unvoreingenommenheit, das darin besteht, nur Handlungen durchzuführen, die die Bedürfnisse berücksichtigen, ohne zwischen den betroffenen Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren;
  • das Prinzip der Neutralität, das bedeutet, dass humanitäre Hilfe da, wo sie zum Einsatz kommt, bei bewaffneten Konflikten oder anderen Formen von Konflikten nicht Partei ergreifen darf;
  • das Prinzip der Unabhängigkeit, das sich auf die Unabhängigkeit der Ziele der humanitären Hilfe in Bezug auf jegliche politischen, wirtschaftlichen, militärischen oder andere Absichten in den Regionen, wo sie umgesetzt wird, bezieht.

Emergency.lu: Wertschätzung der luxemburgischen Expertise im IKT-Bereich

Mit dem Projekt emergency.lu bietet Luxemburg auf weltweiter Ebene ein Satellitenkommunikationssystem mit schneller Reaktionszeit im Falle von Naturkatastrophen und humanitären Missionen. Bei emergency.lu handelt es sich um eine satellitengestützte Mobilfunkplattform, die im Falle einer humanitären Katastrophe innerhalb von 12 Stunden nach Auslösung des Alarms auf dem Luftweg zum Einsatzort gebracht werden kann.

Ihr Zweck besteht vorrangig darin, in einer Krisenlage die Kommunikationsmittel wiederherzustellen oder aufzurüsten, um die Koordinierung der Rettungskräfte zu unterstützen und die unmittelbar eingeleiteten Notfallmaßnahmen der humanitären Hilfskräfte effizienter zu gestalten.

Diese Plattform wurde in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft entworfen und entwickelt, auf der Grundlage von luxemburgischen Kenntnissen und Know-how im Bereich IKT. Die Finanzierung aus dem Budget für Entwicklungszusammenarbeit ermöglicht es dem Großherzogtum, sie der Völkergemeinschaft als weltweites Gemeingut zur Verfügung zu stellen.