Kriegsmuseen, deren Besuch absolut lohnenswert ist
Obwohl Luxemburg im Laufe der Jahrhunderte viele turbulente und konfliktreiche Zeiten durchlebt hat, wird in den Museen vor allem auf das Erbe und die Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs eingegangen. Sie vergegenwärtigen die Besatzung durch die Nazis, den Widerstand und die Deportation, die Ardennenoffensive oder die Befreiung und machen so das ganze Land zu einer Hochburg der Erinnerung. Mit ihren Sammlungen zielen diese Museen auf die Vermittlung dieses historischen Erbes ab und würdigen die Zeugnisse, die sich in ihrer Obhut befinden. Hier eine Auswahl dieser Stätten.
Nationales Museum für Widerstand (Esch an der Alzette)
Der Zweite Weltkrieg hat Luxemburg zutiefst geprägt und nachhaltige Spuren in der Geschichte des Landes hinterlassen. Im Nationalen Museum für Widerstand und Menschenrechte (MNRDH) kann man diese Schlüsselepoche der luxemburgischen Geschichte besonders gut erfassen. Das 1956 eröffnete und 2024 modernisierte Museum fordert seine Besucher auf, sich ihrer Pflicht zur Erinnerung bewusst zu werden, damit diese historischen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten.
Im Rahmen seiner Dauerausstellung, die sich über zwei Stockwerke erstreckt, werden im Museum die Besatzung durch die Nazis, der Widerstand oder die Deportation mittels Gegenständen aus dieser Zeit, Archivmaterial sowie persönlichen Erfahrungsberichten vor Augen geführt. Gleich ab dem ersten Raum zieht die Authentizität der Ausstellungsstücke die Besucher in ihren Bann. Zu sehen sind dort Gegenstände aus dem Eigentum von Häftlingen wie beispielsweise Schuhe, Brillen, Kämme, Briefe, Geschirr und Gerätschaften. Die Nachbildung einer Baracke aus einem Konzentrationslager lässt die Besucher noch intensiver in die gelebte Realität der Häftlinge eintauchen. Ein Besuch dieses Museums ist äußerst empfehlenswert, um die Geschichte und die daraus gezogenen Lehren nicht zu vergessen.
Museum der Ardennenschlacht (Wiltz und Clerf)
Um die Ardennenoffensive besser zu verstehen, lassen Sie die Ausstellungen der Museen in Wiltz und Clerf auf sich wirken.
Ein Panzer am Eingang des bezaubernden Schlosses Clerf kündigt bereits an, worum es geht: hier wird die Kriegszeit in Erinnerung gerufen, und die Besucher finden sich mitten in der Militärgeschichte wieder. Das zwar kleine aber feine Museum bietet mit seiner reichen Sammlung eine Reise durch die Zeit und schildert die Ardennenoffensive während des Winters 1944/45. Eine umfassende Sammlung von Dokumenten, Uniformen, echten Waffen und ergreifenden Dioramen, die Szenen aus der Schlacht aufleben lassen, erinnert an diese dunkle Zeit, die fast zwei Monate dauerte.
Das 1970 eröffnete Museum der Ardennenschlacht gedenkt außerdem der deutschen Offensive in den Ardennen und der Befreiung der Stadt durch die amerikanischen Truppen. Eine beeindruckende Anzahl an zusammengetragenen Artefakten zeugt vom Leben der Soldaten und der Zivilbevölkerung. Sternstunden wie der Widerstand, die Verteidigung der Stadt und das Zusammenleben mit amerikanischen Soldaten werden dort ebenfalls offenkundig. In den Museumsräumen erleben die Besucher leider auch nochmals die tragische Zerstörung von Wiltz, ein Ereignis, dem Wiltz den Namen Märtyrerstadt verdankt.
Museum – Gedenkstätte der Zwangsrekrutierten und der Umsiedlung (Luxemburg-Stadt)
Das Museum – Gedenkstätte der Zwangsrekrutierten und der Umsiedlung ist ein wichtiger Ort der Erinnerung an die Geschichte Luxemburgs während des Zweiten Weltkriegs. Genau hier, am ehemaligen Bahnhof Hollerich, wurden junge Luxemburger in die deutsche Armee zwangsrekrutiert und nach Deutschland umgesiedelt. An diesem Ort wurde zudem das Schicksal der in Luxemburg lebenden jüdischen Gemeinschaft besiegelt, als die Deportationen in die Ghettos und Todeslager dort ihren Lauf nahmen. Der Bahnhof ist heute ein kleines Museum, das seit den 1990er Jahren als Schauplatz für eine Ausstellung dient, in deren Rahmen das Schicksal der jungen Zwangsrekrutierten und der jüdischen Bevölkerung umrissen wird.
Nationales Museum für Militärgeschichte (Diekirch)
Für nur 5 Euro ist der Besuch des Nationalen Museums für Militärgeschichte in Diekirch eine ausgezeichnete Investition. Zu diesem geringen Preis wird man mitten in die Militärgeschichte versetzt und erfährt umgeben von mehr als 100.000 Ausstellungsstücken auf etwa 3.000m2 insbesondere mehr über die Ardennenoffensive in Luxemburg während des Winters 1944-1945. Hier ist eine umfangreiche Sammlung von Waffen, Fahrzeugen aller Art, Uniformen, Fotos sowie sonstigen persönlichen Habseligkeiten der Soldaten zu besichtigen.
Auf ihrer Reise durch die Kriegszeit tauchen die Besucher mittels Dioramen unter realen Bedingungen in den Alltag der Soldaten mitten in der Schlacht ein und erfahren so ganz realistisch mehr über ihr Leben und ihre Erfahrungen an der Front.
Zwischen diesen realistischen Rekonstruktionen und echten Gegenständen wird im Museum zudem die Geschichte des Ersten Weltkriegs und des Koreakriegs beleuchtet. Ein Teil des Museums ist außerdem der Geschichte der luxemburgischen Armee gewidmet.
General Patton Memorial Museum (Ettelbrück)
Bereits die Fassade des General Patton Memorial Museums kündet von der Geschichte, die sich an diesem Ort verbirgt. Sein Porträt thront an der Wand, während der Name des Museums deutlich zu lesen ist. Man wird sich schnell bewusst, dass das Museum eine Hommage an General George S. Patton Jr. ist, der die 3. US-Armee befehligte, die die Stadt Ettelbrück im Dezember 1944 befreite.
Gleich nach dem Überschreiten der Türschwelle weht den Besuchern ein Hauch von Geschichte entgegen, und der Blick richtet sich unmittelbar auf die imposante Statue von General Patton. Hier wispert jedes Ausstellungsstück Geschichten aus der Vergangenheit.
Eine einzigartige Sammlung von Panzern, Militärfahrzeugen und Artillerie, Uniformen, Helmen und persönlichen Gegenständen umgibt die Besucher bei jedem Schritt. Im Museum wurde auch der Schreibtisch von General Patton nachgebildet, auf dem strategische Karten und Fotos von der Schlacht ausgebreitet sind. Fotos und Filme versetzen die Besucher in die Feldzüge und Schlachten des Zweiten Weltkriegs, die mit Explosionen und Bombardierungen untermalt werden, um die Szene noch greifbarer zu gestalten. Ein lohnenswerter, erschwinglicher und wirklich unvergesslicher Besuch.
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