Top 5: Bio-Betriebe in Luxemburg
Frisches Gemüse direkt vom Feld, Angus-Rinder auf weitläufigen Weiden, handgemachte Bio-Pasta oder feinster Ziegenkäse – Luxemburgs Bio-Betriebe zeigen, wie vielfältig nachhaltige Landwirtschaft sein kann. Doch sie produzieren längst nicht nur hochwertige Lebensmittel: mit Hofläden, Bildungsangeboten und innovativen Konzepten schaffen sie Begegnungsorte und stärken die regionale Wertschöpfung. Wir stellen fünf Bio-Betriebe vor, die Nachhaltigkeit, Tierwohl und Regionalität auf ganz unterschiedliche Weise leben.
Fromburger Haff
Wer erleben möchte, wie nachhaltige Landwirtschaft und Regionalität Hand in Hand gehen, ist auf dem Fromburger Haff in Osweiler genau richtig. Seit drei Generationen bewirtschaftet die Familie Weydert den 68 Hektar großen Betrieb im Osten Luxemburgs. Herzstück des Hofes ist eine Angus-Mutterkuhherde, die fast das ganze Jahr auf den Weiden verbringt. Das hochwertige Fleisch der ursprünglich aus Schottland stammenden Rasse wird ebenso wie weitere hofeigene und regionale Produkte im Hofladen sowie in den beiden Fromburger Shops in Echternach und Schanz angeboten.
Ein besonderes Aushängeschild des Hofes ist der vielfältige Gemüsegarten. Seit 2017 setzt die Familie auf das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi). Rund 50 Familien erhalten während der Saison jede Woche einen Korb mit frisch geerntetem Gemüse. Wer noch näher an der Landwirtschaft teilhaben möchte, kann bei der Selbsternte mithelfen und das Gemüse direkt vom Feld pflücken. Auf einer Fläche von 1.720 m² werden zudem verschiedene Sorten Bio-Tomaten angebaut, die sowohl in den eigenen Shops als auch landesweit in Lebensmittelläden angeboten werden.
Nachhaltigkeit bedeutet auf dem Fromburger Haff mehr als biologischer Anbau. Biodiversität, kurze Wege und ein geschlossener Hofkreislauf prägen den Alltag. Wer das Landleben intensiver erleben möchte, kann seinen Besuch mit einem Aufenthalt in den gemütlichen Ferienwohnungen mitten in der malerischen Müllerthal-Region verbinden.
Am Gäertchen
Biologische Landwirtschaft und soziales Engagement gehen bei Am Gäertchen mit Hauptsitz in Hosingen Hand in Hand. Das Projekt des Forum pour l'emploi unterstützt hier Menschen bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und eröffnet ihnen durch Stabilisierung, Qualifizierung und Ausbildung neue Perspektiven.
In der biologischen Gärtnerei an den Standorten in Hosingen, Neidhausen und Bastendorf wachsen auf rund 15 Hektar in Gewächshäusern sowie im Freiland saisonales Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen. Auch Jungpflanzen und Champignons gehören zum vielseitigen Angebot.
Die Ernte sowie daraus hergestellte Produkte werden direkt im Shop in Hosingen und auf den Wochenmärkten in Ettelbrück und Diekirch verkauft. Darüber hinaus kann über die "Abokëscht" ein saisonaler Gemüse- und Früchtekorb abonniert werden. So verbindet Am Gäertchen regionale Bio-Produktion mit sozialem Mehrwert und zeigt, wie Landwirtschaft Menschen und Gemeinschaft gleichermaßen stärken kann.
Kass-Haff
Der Kass-Haff in Rollingen ist weit mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb. Der biodynamische Hof versteht sich als Ort der Begegnung, des Lernens und des Austauschs. Seit der Umwandlung in ein Sozialunternehmen (SIS) im Jahr 2023 verbindet der Betrieb biologische Landwirtschaft mit Bildungsarbeit und sozialem Engagement.
Die Gründer und Geschäftsführer Tom Kass und Anja Staudenmayer verfolgen das Ziel, einen nachhaltigen Betriebskreislauf zu fördern, die Artenvielfalt zu erhalten und Menschen für die Bedeutung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu sensibilisieren. Hofführungen, Workshops, pädagogische Angebote und kulturelle Veranstaltungen laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, Landwirtschaft hautnah zu erleben.
Wer den Hof besucht, kann die dort erzeugten Produkte – darunter Fleisch, Eier, Gemüse, Käse und weitere regionale Spezialitäten – direkt im Naturata-Hofladen erwerben.
Dudel-Magie
Nudeln Made in Luxembourg? Ja! Bei Dudel-Magie in Sprinkingen, werden Tagliatelle, Fusilli und außergewöhnliche Sorten wie Hunnekroun oder Wanternuddel in echter Handarbeit hergestellt – ausschließlich aus Bio-Zutaten regionaler Partnerbetriebe aus Luxemburg und Deutschland.
Doch der Familienbetrieb kann weit mehr als Pasta. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bio-Hähnchenmast. Den Großteil des Futters erzeugt der Hof selbst aus eigenem Getreide und Leguminosen. Unter dem Label "Coq des Près" entstehen neben frischen Hähnchen auch Spezialitäten wie Gyros, Chipolata und verschiedene Saucen.
Die Produkte sind direkt auf dem Hof sowie in zahlreichen Lebensmittel- und Feinkostgeschäften erhältlich und finden sogar ihren Weg in luxemburgische Kantinen. Für sein Engagement und seine Produktion wurde der Familienbetrieb bereits mit dem Agrarpreis ausgezeichnet.
Biohaff Baltes
Auf dem Biohaff Baltes in Stegen dreht sich alles um hochwertige Ziegenmilchprodukte. Bereits 2007 wurde der Familienbetrieb zum ersten Hof Luxemburgs, der Bio-Ziegenkäse aus hofeigener Milch in der eigenen Käserei herstellte.
Heute leben rund 250 Ziegen auf dem Hof. Etwa 150 Milchziegen liefern täglich die Grundlage für Frischkäse sowie zahlreiche Weich- und Schnittkäsesorten. Die hohe Qualität beginnt bereits auf der Weide: Das Futter stammt überwiegend vom eigenen Betrieb, unter anderem aus der hofeigenen Heutrocknungsanlage. Die Käsespezialitäten sind inzwischen in Supermärkten, Bioläden und vielen Restaurants im ganzen Land erhältlich.
Doch nicht nur Ziegen fühlen sich auf dem Biohaff Baltes wohl. Auch Islandpferde gehören zum Hof. Unter dem Namen "Islandpäerd vum Äernzdall" betreibt die Familie eine Reitschule und Zucht. Ergänzt wird das Angebot durch pferdegestützte Interventionen für Kinder und Jugendliche sowie pädagogische Aktivitäten rund um die Bauernhoftiere. Tierwohl, artgerechte Haltung und ein respektvoller Umgang mit der Natur stehen dabei stets im Mittelpunkt.
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