Luxemburgische Schriftsteller Eine kurzer geschichtlicher Überblick über die luxemburgischen Schriftsteller und ihre Werke

Die zeitgenössische luxemburgische Literaturszene ist äußerst kreativ. Trotz einer noch jungen Tradition luxemburgischsprachiger Literatur kann sich das Land mit zahlreichen luxemburgischen Schriftstellern rühmen, die in ihrer Muttersprache schreiben. Hier finden Sie einige Ideen, um die luxemburgischsprachige Literatur zu entdecken.

Die jüngsten Anfänge

Die literarische Vergangenheit Luxemburgs ist eher neu; das erste Werk in luxemburgischer Sprache, Anton Meyers E’ Schrek op de’ Lezebuerger Parnassus, erschien 1829.

Das war die Epoche der drei Autoren, die heute als die Klassiker der luxemburgischen Sprache gelten:

  • Michel Lentz, Verfasser des Textes der Nationalhymne Ons Hémecht
  • Edmond de la Fontaine, besser bekannt unter seinem Pseudonym "Dicks", gilt als Schöpfer des luxemburgischsprachigen Theaters;
  • Michel Rodange, der uns sein berühmtes Rénert, eine Fabel über die luxemburgische Gesellschaft, schenkte.

Die Wiedergeburt Endes des 20. Jahrhunderts

Der Beginn der 1980er Jahre wird oft als Wendepunkt der zeitgenössischen luxemburgischen Literatur angesehen.

Damals entdeckte die Öffentlichkeit neue Stimmen, wie jene  von Lambert Schlechter,  Jean Portante,   Michèle Thoma,   Nico Helminger oder Georges Hausemer, während die bereits etablierten Autoren andere Ausdrucksweisen gesucht haben. Im Mittelpunkt der Werke aus dieser Zeit steht der Mensch in seiner sozialen Umgebung.

Mit der Veröffentlichung  von Hannert dem Atlantik, dem ersten luxemburgischsprachigen Roman  von Guy Rewenig, stellte das Jahr 1985 die  Erneuerung des luxemburgischsprachigen Romans dar. Der Roman folgt dem Leben von Jhemp Medinger, einem unqualifizierten Arbeiter im industriellen Süden Luxemburgs.

Auf Rewenig folgte ab 1988  Roger Manderscheid mit  einer breit angelegten Trilogie, die sich aus den Romanen Schacko Klak, De Papagei um Käschtebam und Feier a Flam zusammensetzt.

Entdecken Sie das Universum von Luxemburgs Literatur in unserer Broschüre "Apropos ... Literatur in Luxemburg".

Von links nach rechts: "De Renert" (Michel Rodange); "D'Kuebennascht" (Alain Atten); "Stürze aus unterschiedlichen Fallhöhen" (Elise Schmit); "Packatuffi" (Guy Rewenig)
© SIP / SK

Ab dem Ende der 1980 er Jahre erleben Bücher auf Luxemburgisch einen großen Publikumserfolg und erzielen hohe Verkaufszahlen. Andere Romane auf Lëtzebuergesch werden im folgenden Jahrzehnt von anderen Autoren, wie Nico Helminger, Josiane Kartheiser,  Jhemp Hoscheit oder   Josy Braun veröffentlicht.

Diese Zeit ist ebenfalls jene der  Renaissance der französischsprachigen Literatur in  Luxemburg. Hauptvertreter davon sind  Edmond Dune, Jean Portante,  Anise Koltz, Lambert Schlechter, Rosemarie Kieffer,  José EnschJean Sorrente,   Félix Molitor oder auch noch  Danielle Hoffelt.

Das Gleiche gilt für die  junge luxemburgische Literatur in deutscher  Sprache, die sich an den Tendenzen im deutschsprachigen Raum orientier. Namen wie Jean Krier, Roland Harsch, Pit Hoerold oder Guy Helminger werden die Garanten einer qualitativ hochwertigen Literatur.

Junge, weibliche Schriftstellerinnen wie  Linda Graf  und vor allem Claudine Muno  sind würdige Vertreterinnen dieser neuen, vielversprechenden Generation von Autoren.

Literatur für Kinder

Literatur in luxemburgischer Sprache für Kinder ist in Luxemburg ein ganz besonders geschätztes Genre. Guy Rewenig hat sich 1990 mit der Veröffentlichung seines Buches Muschkilusch als Pionier der luxemburgischen Kinderliteratur hervorgetan.

Andere Erfolgsautoren, wie Roger Manderscheid und Jhemp Hoscheit, haben ebenfalls begonnen Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Eine gute Entscheidung, angesichts der manchmal außergewöhnlich hohen Verkaufszahlen.

Seit 2001 organisiert das Nationale Literaturzentrum in Mersch (Centre national de littérature, CNL), in Zusammenarbeit mit  der Initiative "Freed um Liesen", jährlich eine luxemburgische Version der KIBUM, der Kinder- und Jugendbuchmesse. Eine Woche lang stellt das CNL in Mersch  im Januar einige Tausend Bücher für Kinder und Jugendliche in deutscher Sprache vor.

Der Comic

Bei den Comics wurden und werden viele Klassiker auch auf Luxemburgisch übersetzt. Darüber hinaus gibt es eine wachsende Anzahl an luxemburgischen Autoren.

Deemols (Damals) von Marc Angel beschäftigt sich beispielsweise mit luxemburgischer Literatur. Andy Geenen hat aus einer Fiktion über Johann den Blinden einen Comic  gemacht: De leschte Ritter (Der letzte Ritter).

Der große Klassiker des luxemburgischen Comics ist allerdings ohne Zweifel die Serie  De Superjhemp. Die Autoren Lucien Czuga und Roger Leiner erzählen darin von den fantastischen Abenteuern eines wahrhaft luxemburgischen Superman... Comic-Klassiker wie Asterix oder Tim und Struppi wurden ins Luxemburgische übertragen.

Jedes Jahr im Juli widmet sich das Festival international de la bande dessinée in Contern (Internationales Comic-Festival) dem Comic. Während der Dauer des Festivals steht das ganze Dorf im Zeichen des Comics une zieht Tausende Besucher, wie auch die Stars des Genres in seinen Bann.

 (Quelle: Apropos ... Literatur in Luxemburg)