Fuesent: Maskenbälle und Kavalkaden
Genau wie unsere Nachbarn lieben wir Luxemburger den Karneval. Zwischen Lichtmess (Liichtmëssdag am 2. Februar) und Aschermittwoch (Äschermëttwoch) erlebt Luxemburg die verrückteste Zeit des Jahres.
Jedes Jahr werden von lokalen Vereinen zahlreiche Maskenbälle und Kavalkaden (Karnevalsumzüge) für Groß und Klein organisiert, damit garantiert alle Fuesgecken (Narren) auf ihre Kosten kommen. Fast jedes Dorf in Luxemburg veranstaltet mindestens einen Ball und verkleidete Karnevalisten sorgen direkt an mehrern Wochenenden für ausgelassene Feste mit reichlich Speisen, Getränken und vor allem Spaß.
Umzüge und Maskenbälle, so weit das Auge reicht!
In der gesamten Karnevalszeit und darüber hinaus organisieren die lokalen Vereine des Großherzogtum verschiedene Kavalkaden und dazugehörige Partys um den Karneval gebührend zu feiern.
Die bekanntesten Karnevalsumzüge in Luxemburg sind die in:
- Diekirch;
- Schifflingen;
- Esch an der Alzette;
- Remich;
- Wasserbillig (Nachtumzug);
- Petingen.
Obwohl alle Kavalkaden kinderfreundlich sind, findet in Kayl jedes Jahr ein besonderer Kinderumzug nur für die kleinen Karnevalfans statt.
Maskenbälle und Faschingspartys wiederum findet man in fast jedem Dorf und jeder Stadt in Luxemburg, von Kinderbällen in den meisten Dörfern bis hin zu größeren Partys wie zum Beispiel in Esch, Bettendorf oder Differdingen.
Zu diesem Anlass sind in Luxemburg alle Arten von Verkleidungen beliebt, von Clowns und Gespenstern über entflohene Häftlinge bis hin zu Feen und Einhörnern - der Fantasie bei der Wahl der Verkleidung sind keine Grenzen gesetzt.
Gute Stimmung, Speis und Trank
Bei den verschiedenen Bällen und Umzügen in ganz Luxemburg kann man nicht nur jede Menge Spaß haben und ausgiebig feiern, sondern sich auch eine Vielzahl typisch luxemburgischer Karnevalssnacks schmecken lassen:
- die Verwurrelter (verwurrelt: verwirrt, verwickelt) — mit Puderzucker bestäubte Teigknoten;
- die Nonnefäscht (wörtlich: Nonnenfürze) — mit Puderzucker bestäubte Krapfen;
- die Täertelcher — Krapfen;
- die Maisercher (Mäuschen) — Krapfen in Form einer Maus;
- das Stretzegebäck — Spritzgebäck.
Passen Sie auf Ihre Krawatte auf!
Die luxemburgische Karnevalszeit steckt voller besonderer Tage und Ereignisse, die man sich im Kalender eintragen sollte:
Der Fettdonnerstag (Weiberfastnacht) bildet den Anfang. Am Donnerstag vor Fastnachtssonntag werden traditionell die oben beschriebenen, eher deftigen kulinarischen Spezialitäten serviert. Berüchtigt ist er jedoch vor allem deswegen, weil Gruppen verkleideter Frauen durch die Straßen vieler großer Karnevalsstädte in Luxemburg ziehen. Sollten Sie einer davon begegnen und eine Krawatte tragen, wird Ihnen diese wahrscheinlich unter Gejubel und Gelächter abgeschnitten.
Am Fastnachtssonntag (Fuessonndeg) und Rosenmontag (Fuesméindeg) stehen in Luxemburg zahlreiche Umzüge und Maskenbälle auf dem Programm.
Alles endet am Äschermëttwoch, wenn die Menschen in Remich an der Mosel, auf der Brücke, die über den Fluss führt, eine Puppe verbrennen, die den Winter symbolisiert. Diese männliche Strohpuppe (Stréimännchen) wird in Schaltjahren durch eine Frau (Stréifrächen) ersetzt.
Dieser offizielle Abschluss der Karnevalszeit wird in Luxemburg jedoch nicht sonderlich ernst genommen. So finden zahlreiche Bälle und Kavalkaden auch noch später statt.
Zum letzten Mal aktualisiert am