Eine kleine, aber offene Bevölkerung Erfahren Sie mehr über die Zusammensetzung der luxemburgischen Bevölkerung

Heute leben 626.000 Menschen in Luxemburg, eine kleine Bevölkerung mit überraschender Vielfalt. Tatsächlich besitzen fast 50% der Bevölkerung nicht die luxemburgische Staatsangehörigkeit! Und dies, ohne die etwa 185.000 Grenzgänger dazuzuzählen, die in Luxemburg arbeiten. Die Vermischung der Sprachen und Kulturen aller Gemeinschaften bereichert das Leben in Luxemburg und verleiht ihm eine weltoffene Atmosphäre.

Einige wichtige Zahlen

Am 1. Januar 2020 lebten 626.000 Menschen in Luxemburg auf einer Fläche von 2.586km2. Das macht im Schnitt 230 Einwohner pro km2: Das Land zählt somit zu den am dichtesten besiedelten Regionen Europas (EU: 118).

Zudem pendeln jeden Werktag etwa 185.000 Grenzgänger aus Frankreich, Deutschland oder Belgien nach Luxemburg, um dort zu arbeiten und zur Wirtschaft des Landes beizutragen. Somit ist es völlig normal, wenn Sie Ihr Essen auf Französisch bestellen oder ein Unternehmen auf Deutsch kontaktieren.

Und wenn Sie keine dieser Sprachen beherrschen, finden Sie fast immer jemanden, der Ihnen in Ihrer Sprache weiterhilft – es lebe die Mehrsprachigkeit!

Etwa 50% der Bevölkerung sind Frauen oder Mädchen. Übrigens lag die Lebenserwartung für Jungen, die 2019 geboren wurden, bei 80 Jahren, und für Mädchen bei 84,5 Jahren.

Die Nationalitäten in Luxemburg

Schlendern Sie durch eine beliebige luxemburgische Straße und Sie werden es sehen und hören: Luxemburg beherbergt große ausländische Gemeinschaften, darunter Nachfahren von Migranten aus dem 19. und 20. Jahrhundert, Expats und diejenigen, die sich nach einem Besuch in Luxemburg zum Bleiben entschieden haben. Insgesamt sind 48% der Bevölkerung, also fast die Hälfte, Ausländer. 170 Nationalitäten werden derzeit im Land erfasst.

Die 5 größten ausländischen Gemeinschaften in Luxemburg (in Prozent am Anteil der Gesamtbevölkerung) sind übrigens:

Portugiesen

15,6 %

Franzosen

7,6 %

Italiener

3,7 %

Belgier

3,3 %

Deutsche

2,1 %

Was den Ausländeranteil in der Bevölkerung betrifft, steht die Stadt Luxemburg an der Spitze mit 70,8%, gefolgt von Strassen (62,3%) und Larochette/Fels (58,3%). Die Gemeinden Wahl (20,4%), Useldingen (21,3%), Reckingen/Mess (21,7%) und Goesdorf (21,7%) haben die geringsten Ausländeranteile.

Im Jahr 2020 erwarben 9.389 Personen die luxemburgische Staatsbürgerschaft.

© Cour grand-ducale / Guy Wolff

Vom Auswandererland zum Aufnahmeland

Wie kam es dazu? Luxemburg war lange Zeit ein Auswandererland. Teile seiner Bevölkerung verließen in Wellen Grund und Boden in Richtung Rumänien, USA und Brasilien, bevor der  Wirtschaftsaufschwung durch die Eisen- und Stahlindustrie  das Blatt wendete.

In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft verlassen Familien, und manchmal ganze Dörfer das Großherzogtum und seine Umgebung. Im Jahre 1908 leben so beispielsweise 16.000 luxemburgische Auswanderer in der amerikanischen Stadt Chicago! Manche gelangten in ihrer neuen Heimat zu Ruhm, wie  zum Beispiel  Hugo Gernsback (1884-1967), der Erfinder des Begriffs "Science Fiction",  oder Edward Steichen, Maler und begnadeter Fotograf, der die Leitung der Fotografieabteilung des  New Yorker Museum of  Modern Art (MoMa) übernahm.

Ab der Mitte  des 19. Jahrhunderts lassen sich Deutsche  und später Italiener und Portugiesen in Luxemburg nieder, um in den Stahlwerken des Landes zu arbeiten. In drei Wellen, um 1900, in den 1920er Jahren und in den 1960er Jahren, wächst die Bevölkerung dank den eingewanderten Arbeitern.

In der zweiten Hälfte  des 20. Jahrhunderts entwickelt sich der Dienstleistungssektor und an seiner Spitze der Finanzsektor. Dieser neue Wirtschaftsaufschwung steht zunächst in Zusammenhang mit einem  Wachstum der französischen, belgischen und deutschen Gemeinschaften  in Luxemburg, doch Luxemburg lockt auch eine große Zahl Staatsangehöriger  der britischen Inseln und der Länder Skandinaviens, die  sich zum Arbeiten in Luxemburg niederlassen.

Im Lauf der Jahre  haben sich diese Gemeinschaften in die luxemburgische Bevölkerung integriert, auch wenn sie sich zum Teil ihre Bräuche und ihre Sprache bewahren.