Digital Economy & Society Index Luxemburg zeichnet sich durch eine hervorragende Konnektivität aus und verbessert seine digitalen öffentlichen Dienste maßgeblich.

Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy & Society Index, DESI) untersucht die Entwicklung der EU-Länder hin zu einer digitalen Wirtschaft und Gesellschaft. Das Ziel besteht darin, den Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu bieten, ihre Stärken und Schwächen sowie die Bereiche, in die prioritär investiert werden muss, zu identifizieren. Mit einer Gesamtpunktzahl von 57,9 belegt Luxemburg Platz 10 von 28 EU-Mitgliedstaaten. Der Index des Jahres 2020 unterstreicht insbesondere Luxemburgs Fortschritt bei den digitalen öffentlichen Diensten für Unternehmen.

Luxemburg besonders wettbewerbsfähig bei der Konnektivität

Der DESI ist ein zusammengesetzter Index, der sich in fünf verflochtene und gewichtete Komponenten gliedert:

  • Konnektivität (Rang 3): Breitbandabdeckung, 4G-Abdeckung, 5G-Bereitschaft ...
  • Humankapital (Rang 8): digitale Grundkenntnisse, IT-Fachkräfte, IKT-Hochschulabsolventen ...
  • Internetnutzung (Rang 12): Internetnutzer, Onlinebanking und -shopping ...
  • Integration der Digitaltechnik (Rang 19): E-Handel, Cloud, Big Data
  • Digitale öffentliche Dienste (Rang 14): Nutzer elektronischer Behördendienste, digitale öffentliche Dienste, Open Data ...
Luxemburgs Profil im Detail, im Vergleich zum EU-Durchschnitt

In der ersten Komponente, der Konnektivität, liegt zweifellos Luxemburgs Stärke: durch Verbesserung seines Ergebnisses um nahezu sechs Punkte klettert das Großherzogtum auf Rang 3 des EU-Rankings. Die Kommission unterstreicht insbesondere die hohe Abdeckung mit Zugangsnetzen der nächsten Generation (next generation broadband - NGA) und Festnetzen mit sehr hoher Kapazität (very high capacity networks - VHCN).

Obwohl die Punktzahl in Bezug auf die Humankapitaldimension über dem EU-Durchschnitt liegt, hat Luxemburg im Vergleich zu 2019 trotzdem einen Platz verloren und belegt nun Rang 8. Laut dem DESI 2020 liegt die Bevölkerung des Großherzogtums in Bezug auf die digitalen Kompetenzen und den prozentualen Anteil von IKT-Fachkräften an der Gesamtbeschäftigung über dem Durchschnitt. Auf der anderen Seite stellt die Europäische Kommission fest, dass das Land nach wie vor mit einem deutlichen Arbeitskräftemangel kämpft, was IKT-Fachkräfte anbelangt.

Mit einem Verlust von drei Plätzen innerhalb eines Jahres, aufgrund eines ausbleibenden Fortschritts bei mehreren Indikatoren, belegt Luxemburg in Sachen Internetnutzung nun Rang 12. Gemäß dem Index ist die luxemburgische Bevölkerung mit 93% Internetnutzern im Internet durchaus aktiv. Luxemburg schneidet bei den Nutzern von Onlinebanking oder -shopping sehr gut ab, liegt jedoch unter dem Durchschnitt, was den Online-Verkauf von Produkten oder die Inanspruchnahme von Video-on-Demand-Diensten, Onlinemusik oder Onlinespielen anbelangt.

In Bezug auf den Integrationsgrad der Digitaltechnik durch Unternehmen verliert Luxemburg einen Platz und belegt nun Rang 19. Dies ist die einzige Dimension, in der das Großherzogtum eine unterdurchschnittliche Leistung zeigt, was hauptsächlich auf den geringen Anteil von KMU zurückzuführen ist, die ihre Produkte online oder grenzüberschreitend verkaufen. Luxemburg liegt jedoch deutlich über dem EU-Durchschnitt, was Unternehmen angeht, die Big Data analysieren oder Informationen online austauschen.

Letztlich hat Luxemburg sein Ergebnis bei den digitalen öffentlichen Diensten im zweiten Jahr in Folge verbessert und rückt mit einer Punktzahl von 73,7 von Rang 18 (2018) auf Rang 14 (2020). Die EU-Kommission hebt insbesondere Luxemburgs Leistungen in Sachen Bereitstellung von digitalen öffentlichen Diensten für Unternehmen hervor, was sich in einem Ergebnis von 99 von 100 möglichen Punkten zeigt. Andererseits sehen die Autoren nach wie vor Raum für Verbesserungen in Bezug auf das Maß an Onlineinteraktion zwischen öffentlichen Behörden und Bürgern, da nur 58% der Internetnutzer elektronische Behördendienste in Anspruch nehmen.

Die Verbesserung des Alltags im Herzen der technologischen Entwicklung

Diese Ergebnisse spiegeln perfekt Luxemburgs jüngste Anstrengungen und Investitionen wider, um ein Hauptakteur im digitalen Sektor zu werden. Das im Dezember 2018 vorgestellte Regierungsprogramm bringt den Willen zum Ausdruck, der Digitalisierung höchste Priorität einzuräumen. So gibt es erstmalig ein Ministerium für Digitalisierung, um die technologische Entwicklung und neue Strategien voranzutreiben und den Alltag der Bürger sowie die administrativen Prozesse zu verbessern. Dementsprechend steht der Mensch stets im Zentrum aller Bemühungen der luxemburgischen Regierung. Mit ihrer künstlichen Intelligenz (KI)-Strategie stellt die luxemburgische Regierung den Menschen in den Mittelpunkt aller vom Großherzogtum unterstützten KI-Dienste.

Ferner gab das Ministerium für Wirtschaft im Jahr 2019 den Startschuss für seine datenbasierte Innovationsstrategie, deren Ziel in der Nutzung der jüngsten digitaltechnischen Entwicklungen besteht, um die digitale Wirtschaft von morgen zu verwirklichen. Im September 2018 wurde die nationale Strategie zur Einführung der 5G-Technolgie in Luxemburg vorgestellt. Auf europäischer Ebene unterzeichnete Luxemburg die Erklärung über die Europäische Blockchain-Partnerschaft und die Erklärung über die Zusammenarbeit im Bereich der KI. Im Bereich Hochleistungsrechnen ist Luxemburg nicht nur Gründungsmitglied des Gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen (Euro HighPerformance Computing Joint Undertaking - EuroHPC), sondern auch Standort von dessen Hauptsitz. Der neu erworbene luxemburgische Supercomputer Meluxina ist ein anderes Beispiel für die Maßnahmen des Großherzogtums zur Förderung einer digitalen Gesellschaft.

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