SpaceTech-Start-ups: von Luxemburg aus ins Weltall Das Start-up Maana Electric, ein Beispiel für die Entwicklung des luxemburgischen Weltraumökosystems

Seit Beginn der Space Resources-Initiative im Jahr 2016 und der Gründung der Luxembourg Space Agency 2018 zeigt Luxemburg seinen Willen, einen soliden, dynamischen und innovativen Raumfahrtsektor zu schaffen und ein international führender Akteur auf diesem Gebiet zu werden.

SpaceResources.lu hat sich als Ziel gesetzt, dass die unter seiner Zuständigkeit erforschten Weltraumressourcen einem friedlichen Zweck dienen und nachhaltig, im Einklang mit dem internationalen Recht und im Interesse der Menschheit geborgen und verwendet werden.

Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren mehrere Gesellschaften und Start-ups in Luxemburg gegründet, die nun Teil des nationalen Aktionsplans in Sachen Weltraumwissenschaften und -technologien 2020-2024 sind.

Maana Electric: auf dem Weg zu einer grünen Weltraumtechnologie

Eine dieser Start-ups, Maana Electric, bietet die Entwicklung eines autonomen Systems für die Solarmodulproduktion auf Basis der vor Ort verfügbaren Ressourcen, nämlich Regolith auf dem Mond und Sand auf der Erde, an.

Joost van Oorschot, CEO de Maana Electric: une introduction au projet

Maana Electric bietet TerraBox an, eine vollständig automatisierte Produktionsstätte, in der Solarmodule unter ausschließlicher Verwendung von Sand und Elektrizität hergestellt werden können.

Worin bestehen die wesentlichen Vorteile des Projekts von Maana Electric?

Zunächst in der Herstellung kostengünstiger Solarmodule. Durch Verwendung von günstigen Rohstoffen und ihrer eigenen Elektrizität als Vorleistungen werden die Kosten für die Module in der Tat deutlich reduziert. Dementsprechend sind die Photovoltaik-Projekte wirtschaftlich tragbar.

Dann in der Tatsache, dass die Herstellung im Wesentlichen lokal ist: Ihre Technologie erlaubt die Verwendung jeder Art von Sand (ein Drittel des Planeten ist mit Sand bedeckt!) und ihre Produktionsstätten sind transportfähig, was einen Einfluss auf die Verminderung von transportbedingten Emissionen hat.

Auf diese Weise kann das Start-up Solarmodule ohne jedwede Emission von Treibhausgasen herstellen. Also ein Projekt, das nicht nur die Weiterentwicklung von Weltraumtechnologien, sondern auch einen schnellen Übergang zu erneuerbaren Energien zwecks Eindämmung des Klimawandels ermöglichen sollte.

Ein sich festigendes, dynamisches Weltraumökosystem

Das Raumfahrtverzeichnis 2019 vermittelt ein aktualisiertes und umfassendes Bild der Raumfahrtindustrie in Luxemburg mit etwa 50 Gesellschaften und Forschungseinrichtungen, die in Luxemburg tätig sind und über 800 Mitarbeiter beschäftigen.

Darüber hinaus scheint die Zukunft des Sektors gesichert. Das Accelerator-Programm Fit 4 Start hat einen Bereich für diesen Sektor geöffnet: im Rahmen der Ausgabe Herbst 2019 wurden die ersten fünf Start-ups aus der Raumfahrtindustrie begrüßt: 3Dfarms (USA), GlobeEye (Frankreich), Ilumbra (Luxemburg), RespectUs (Luxemburg) und WEO (Deutschland). Darüber hinaus werden im Rahmen der 10. Ausgabe von Fit 4 Start erneut fünf in der Raumfahrtindustrie tätige Start-ups ausgewählt, wobei dieses Mal das Spektrum auch für weitere Teilsektoren eröffnet wird: SatCom (Telekommunikationssatelliten), Earth Observation (Erdbeobachtung), Navigation, Space Resources (Weltraumressourcen), Space Security (Weltraumsicherheit), Space Cybersecurity (Cybersicherheit im Weltraum) und Science (Wissenschaft).

Auch der neue Studiengang Interdisciplinary Space Master  der Universität Luxemburg zeigt das Engagement des Landes, was die Weiterentwicklung von Schlüsselkompetenzen anbelangt. Seit Herbst 2019 vermittelt dieser europaweit einmalige Masterstudiengang den Studierenden die für die Weltraumindustrie erforderlichen technischen Fähigkeiten und die Kenntnisse für das Management der Weltraumaktivitäten.