Der Servais-Literaturpreis für Ulrike Bail Der Preis geht 2021 an die Dichterin Ulrike Bail für ihren Band "wie viele faden tief".

Die luxemburgische Dichterin Ulrike Bail wurde für ihren Gedichtband "wie viele faden tief" mit dem renommierten Servais-Preis ausgezeichnet. Der Preis, der für in Luxemburg veröffentlichte Werke verliehen wird, zählt zu den prestigeträchtigsten nationalen Literaturpreise.

Näh- und Schreibkunst

Das im deutschen Conte Verlag erschienene Werk umfasst 50 kurze Texte, deren roter Faden die Kulturleistung des Nähens ist. In den Gedichten, deren „kühne Sprache“ die Jury hervorhebt, wird das Nähen als Metapher für Hoffnung auf ein Zusammenfügen von Zerfetztem verstanden. Neben den Texten enthält das Buch auch Collagearbeiten, die während der Arbeit am Buch entstanden sind und es vervollständigen.

"Die Idee, die Nähkunst als poetisches und kulturgeschichtliches Konzept aufzugreifen und aus ihr heraus neue, unerwartete Verbindungen zur Alltagswelt herzustellen, macht die Originalität dieses Bandes aus. Apparatur, Zubehör, Stichtechniken und Stoffe fungieren als Auslöser der enzyklopädischen und sinnlichen Bildvielfalt, bei der das Nähen mit Themen wie Natur, Vogelwelt, Geschichte, Zeit, Leben und Tod zusammengefügt wird," so die Jury in ihrer offiziellen Mitteilung.

Die promovierte Theologin Ulrike Bail ist darüber hinaus auch die Gewinnerin des Literaturwettbewerbs 2020. Für ihr Gedicht "statt einer ankunft“, in dem die Jury den "feinfühligen und scharfen Blick auf den Alltag in der Stadt Luxemburg" hervorhob, gewann sie den 1. Preis in der Kategorie "Erwachsene Autoren".

Der Servais-Preis ist ein mit 6.000 € dotierter Literaturpreis, der jährlich seit 1992 für in Luxemburg erschienene Werke der Lyrik oder der Prosa verliehen wird. Der von der Servais-Stiftung vergebene Preis kann dabei an Werke in egal welcher Sprache verliehen werden. Zu seinen Preisträgern zählen viele von Luxemburgs bekanntesten Schriftstellern, darunter Francis Kirps (2020), Elise Schmit (2019), Nico Helminger (2018) und Nora Wagener (2017).