EMoPLux - Europäischer Monat der Fotografie in Luxemburg Die Fotografie kommt im Großherzogtum zu Ehren

Die Türen zu den Ausstellungen im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie in Luxemburg stehen bereits seit April offen. Die Ausgabe 2021 dreht sich thematisch um "Rethinking Nature / Rethinking Landscape", und mit 26 Projekten und Präsentationen gibt es mehr als genug zu sehen! Um Ihnen einen ersten Überblick zu verschaffen, präsentieren wir Ihnen das Projekt im Allgemeinen und heben dabei drei wichtige Events hervor. 

Eine traditionsreiche Biennale für Fotografie

Seit 2007 findet der Europäische Monat der Fotografie alle zwei Jahre in Luxemburg statt und ist zu einem festen Datum im Kalender von Amateuren und Fachleuten der Branche geworden. Das Festival wird von Café-Crème a.s.b.l organisiert. Diese Vereinigung wurde 1984 von Paul di Felice und Pierre Stiwer, beide Kuratoren und unabhängige Verleger, sowie Paul Bretz, Architekt, gegründet. Sie ist in der zeitgenössischen Kunst und vor allem im Bereich der Fotografie und den bildbezogenen Ausdrucksformen aktiv.

© Markus Spiske, Unsplash

Das Konzept des Europäischen Monats der Fotografie wurde erstmalig im Jahr 2004 vom Europäischen Haus der Fotografie in Paris ins Leben gerufen. Noch heute wird dieselbe Mission verfolgt: Entwicklung von Partnerschaften mit anderen europäischen Hauptstädten, Austausch von Fachwissen und Know-how im Bereich des Managements von Fotografiefestivals, Begründung von gemeinsamen Projekten und Förderung des Austauschs zwischen den Fotografen der teilnehmenden Länder.

Die Partner- und Teilnehmerstädte der EMoP a.s.b.l. bilden gleichzeitig das Netzwerk des "European Month of Photography". Letzteres setzt sich derzeit aus dem Nonprofit-Unternehmen Kulturprojekte Berlin, dem Museum Kunst Haus Wien, dem Fotofestival Imago aus Lissabon, dem Kollektiv FetArt und seinem Festival Circulations aus Paris und der Café-Crème a.s.b.l. in Luxemburg zusammen.

Der EMoPLux wird in Zusammenarbeit mit nahezu allen luxemburgischen Kunstinstitutionen sowie verschiedenen Räumlichkeiten und privaten Galerien organisiert. Aber auch an öffentlichen Orten wie der Nationalbibliothek, dem Nationalarchiv oder dem LUCA (Luxembourg Center for Architecture) werden Ausstellungen gezeigt. Vergessen Sie aber auch nicht, aus der Hauptstadt hinauszufahren, um in Düdelingen, Clerf, Ettelbrück oder seit diesem Jahr brandneu in der Konschthal in Esch-sur-Alzette die Arbeiten anderer Fotografen zu entdecken!

Für jede Ausgabe wird ein Katalog veröffentlicht. Hier können Sie einen Blick auf das aktuelle Exemplar werfen. Angesichts der außerordentlichen Gesundheitslage im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie gibt es keine "klassischen" Vernissagen sondern "Eröffnungen" von Ausstellungen. Die offizielle Eröffnungswoche ist die erste Juniwoche.

Révélation(s) / Portfolio – Plateform

Ein sehr besonderes Event ist das Treffen von aufstrebenden Künstlern aus Luxemburg und Fachleuten der zeitgenössischen Fotografie. Anlässlich dieser Vorstellung von Portfolios profitieren die jungen Fotografen davon, ihre Arbeit internationalen Experten und der breiten Öffentlichkeit im Rahmen eines zehnminütigen Vortrags, gefolgt von individuellen Stellungnahmen der Fachleute, die die Arbeiten gegenüber den Urhebern unter vier Augen kommentieren, präsentieren zu können. Diese Plattform dient als potenzieller Anstoß für zukünftige Ausstellungsprojekte, Veröffentlichungen und Empfehlungen gegenüber anderen Kuratoren und Ausstellungsorten. Interessierte Personen können sich durch Einreichung eines Portfolios bewerben. 

Die Natur neu denken

Die Ausstellung "Rethinking Nature" ist bis zum 27. Juni im Ratskeller, dem Ausstellungsbereich des Cercle Cité, zu sehen. Die Künstler Maria-Magdalena Ianchis, Nicolas Floc'h, Justine Blau, Vanja Bučan und Anastasia Mityukova präsentieren dort performative, multimediale und politische Bilder, die die Wahrnehmung der Natur, wie wir sie heute haben, veranschaulichen. Die Fotografien stellen einen Bruch mit dem dar, was wir "Landschaftsgenre" nennen: die Betrachtungsweise und die Einstellung gehorchen nicht mehr den Gesetzen der Perspektive, wie man sie von der Malerei oder der klassischen Fotografie her kennt. Neue Mikro- und Makrobereiche entstehen, und die Entmaterialisierung, die Dekonstruktion und die Fragmentierung der Arbeiten unterstreichen die Verletzbarkeit der Natur und veranschaulichen den Konflikt, in dem sie derzeit mit den Menschen steht. Die Inszenierung und Fotoinstallation laden den Besucher ein, sich neuen Feldern und einer neuen ästhetischen Erfahrung zu öffnen, und legen ihm nahe, einen Beitrag zum Umweltbewusstsein zu leisten.

Die Landschaft neu denken

"Rethinking Landscape" heißt die Ausstellung, die bis zum 17. Oktober im Nationalmuseum für Kunst und Geschichte gezeigt wird. Die Landschaftsdarstellung hat sowohl in der Kunst als auch in ihren Transgressionen eine lange Geschichte. Ab den 70er Jahren änderte die Land Art beispielsweise die Landschaftswahrnehmung radikal. Letztere ist nicht mehr das Subjekt, sondern wird zum Medium der Kunst an sich. Sie ist Gegenstand und Kunsterfahrung und versucht, ein Bewusstsein für das Ungleichgewicht zwischen Mensch und Natur herbeizuführen. Bruno Baltzer - Leonora Bisagno, Daniel Reuter, Inka & Niclas (Lindergård), Douglas Mandry und Danila Tkachenko möchten im Rahmen dieser gemeinsamen Ausstellung ebenfalls das Umweltbewusstsein wecken und die Aufmerksamkeit auf den ökologischen Fußabdruck lenken, der über die Kapazitäten unseres Planeten hinausgeht. Entdecken Sie diese fünf neuen ästhetischen Sichtweisen und Ansätze betreffend die Landschaftsdarstellung in der Fotografie, Fiktionsarten, die sich zwischen Sublimierung und Distanzierung bewegen, während eines Museumsbesuchs oder virtuell, indem Sie hier klicken. 

"And the winner is..."

Anastasia Mityukova, Vanja Bučan, Maria-Magdalena Ianchis, Inka & Niclas (Lindergård), Danila Tkachenko waren die fünf Nominierten für den Arendt Award 2021. Sie können die Künstler und ihre Werke bis zum 12. September in den Räumlichkeiten von Arendt & Medernach – dem Arendt House – in Kirchberg bewundern. Die Anwaltskanzlei mit Büros in der ganzen Welt zeichnet seit 2012 alle zwei Jahre einen virtuellen Künstler aus, dessen Werke Teil der im Rahmen des "European Month of Photography" organisierten Ausstellungen sind. Die Förderung der Fotografie ist eine allgemeine Politik des Hauses, für das die zeitgenössische Kunst eine Leidenschaft ist. Neben den Ausstellungen am luxemburgischen Hauptsitz hat die Gesellschaft über die Jahre hinweg eine Kunstsammlung erstellt, wobei dabei der Fokus auf den wichtigsten Strömungen der zeitgenössischen Fotografie liegt. Den nominierten Fotografen ist zwar ein Interesse für die Komplexität der Korrelation zwischen Mensch und Natur gemein, aber sie stellen einzeln ganz individuell Überlegungen zu neuen Darstellungen und Fiktionen der Landschaft an. Die Gewinner Inka & Niclas wurden am 2. Juni anlässlich einer Abendveranstaltung im Arendt House bekanntgegeben. Herzlichen Glückwunsch!