Einführung in die luxemburgische Sprache

© SIP / Luc Deflorenne

Luxemburgisch (Lëtzebuergesch) ist die Landessprache des Großherzogtums und wird tagtäglich von einem großen Teil der Bevölkerung in Luxemburg gesprochen, unter anderem neben Französisch, Deutsch und Englisch. Seit seiner Anerkennung im Jahr 1984 wird es seit einigen Jahren dank Schule, Medien und Social Media wieder zunehmend verwendet. Wieso ist Luxemburgisch für Neuankömmlinge wichtig? Weil es den Kontakt mit den Einheimischen erleichtert und so das interkulturelle Zusammenleben fördert. Wie kann man Luxemburgisch lernen? Mit staatlich geförderten Kursen und Hilfsmitteln, die online oder vor Ort verfügbar und häufig kostenlos oder kostenreduziert sind.

Moien! Ein erstes Wort auf Luxemburgisch, das das Leben leichter macht

Luxemburgisch wird im täglichen Leben genauso verwendet wie Deutsch, Französisch und Englisch: Ob in Geschäften, im Café oder bei einem Gespräch mit Einheimischen, Sie werden überrascht sein, wie oft Sie diese Sprache hören werden und selbst verwenden können.

Auch wenn Sie nur einige Wörter oder kleine Sätze benutzen, ein "Moien" oder ein "Wannechgelift" wird Ihnen Türen öffnen. Deshalb haben wir für Sie ein paar erste Wörter und Ausdrücke zusammengestellt, die leicht zu lernen sind und die Sie im Alltag verwenden können.

Sich begrüßen

Guten Tag: Moien, Bonjour, Salut, Coucou oder Hey

Guten Morgen: Gudde Moien

Guten Abend: Nowend

Freut mich: Enchantéiert

Sich verabschieden

Auf Wiedersehen, Tschüss: Äddi, Salut, Ciao oder Awuer

Gute Nacht: Gutt Nuecht

Schönen Tag noch: E schéinen Dag nach

Wie geht's?

Wie geht's?: Wéi geet et?

Alles in Ordnung?: Alles an der Rei?

Geht's gut?: Geet et gutt?

Alles in Ordnung!: Alles an der Rei, Alles ok oder Ça va!

Ja oder Nein sagen

Ja: Jo oder Yes

Nein: Neen

Natürlich: Sécher dat!

Selbstverständlich: Kloer!

Auf keinen Fall: Op kee Fall!

Sich entschuldigen

Es tut mir leid: Et deet mir leed

Entschuldigen Sie bitte: Ech entschëllege mech

Entschuldigung: Pardon oder Sorry!

Bitte und danke!

Bitte: Wannechgelift oder Wann s du wëlls

Danke: Merci

Vielen Dank: Villmools Merci

Gern geschehen / Bitte: Gär geschitt

Sich aufregen

Verdammt noch mal: Nondikass, Djö, Nondidjö, Tjëft oder Nondidjëft

Wo und wie kann man Luxemburgisch lernen?

Wenn wir nun Ihr Interesse geweckt haben und Sie die Sprache aktiver lernen möchten, hier sind unsere Vorschläge und Hilfsmittel.

Präsenzunterricht, Online-Lernen oder eine Kombination aus beidem

  • Das Institut national des langues Luxembourg (INLL) bietet eine Vielzahl von Kursen an, die gemäß dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen von der Stufe A1 bis zur Stufe C1 reichen.
  • Der Service de la formation des adultes (SFA), die Abteilung für Erwachsenenbildung des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend, trägt mit Luxemburgisch-Kursen im ganzen Land zur sprachlichen Integration von Neuankömmlingen bei, indem er das Kursangebot der Gemeinden und Partnereinrichtungen unterstützt.
  • Im Rahmen des Biergerpakt (Bürgerpakt) kann jede volljährige Person, die in Luxemburg wohnt oder arbeitet, die Landessprachen entdecken. Der Biergerpakt ermöglicht den Zugang zum Programm für interkulturelles Zusammenleben, und über die Aktivitäten des Sprachmoduls können die Teilnehmer mindestens das Einführungsniveau A.1.1 erreichen.
  • Auch die Université populaire bietet mehrere Luxemburgischkurse auf verschiedenen Niveaus an.
  • Wenn Sie die Sprache ausschließlich online lernen wollen oder müssen, können Sie dies kostenlos auf der vom INLL entwickelten Plattform LLO.LU tun. Der Inhalt ist weltweit für jeden zugänglich, ohne Alters- oder geografische Beschränkung.

Moving Languages

Moving Languages ist ein innovativer Ansatz zum Erlernen der luxemburgischen Sprache, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut, da viele Lernende sich möglichst schnell mündliche Kompetenzen aneignen möchten, um im Alltag und in ihrem Berufsleben effizient kommunizieren zu können.

Moving languages, inspiriert von der LieLa-Methode (Liechtenstein Languages), beruht auf einer aktiven, immersiven Methodik, die auf Bewegung und den Einsatz aller fünf Sinne setzt.

Mit diesem intensiven achtwöchigen Programm, das vom ersten Tag an vollständig in luxemburgischer Sprache abgehalten wird, können Erwachsene ohne Vorkenntnisse, dank 15 Unterrichtsstunden pro Woche, die sich auf das Hörverstehen und den mündlichen Ausdruck konzentrieren, das Kompetenzniveau A2 im mündlichen Ausdruck erreichen.

Das Projekt wird vom INLL in Zusammenarbeit mit dem SFA entwickelt.

Hilfsmittel, um das Erlernte zu festigen

  • Lëtzebuerger Online Dictionnaire (LOD), unverzichtbar für das Erlernen der Sprache. Es umfasst fünf Zielsprachen (Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch und Niederländisch) sowie Gebärdensprache. Auch Verbkonjugatiounen und die Aussprache der Wörter sind hier zu finden.
  • Orthotrainer ist eine Plattform, auf der Sie die Rechtschreibung üben, Regeln nachschlagen und Übungen machen können. Das Tool wurde kürzlich vom Zenter fir d'Lëtzebuerger Sprooch (ZLS) modernisiert und neugestaltet, um noch einfacher und intuitiver zu sein.
  • Sproochmaschinn ist ein KI-basiertes Hilfsmittel, das mündliche Sprache erkennen und transkribieren (Schreifmaschinn) und schriftliche Texte vorlesen (Liesmaschinn) kann. Die Ende 2025 eingeführte Version 2.0 bietet verbesserte Barrierefreiheit sowie eine optimierte Spracherkennung.
  • Spellchecker heißt die Rechtschreibprüfung des ZLS, mit der Sie überprüfen können, ob Ihre Texte in luxemburgischer Sprache keine Rechtschreibfehler enthalten. Sie wird schon bald auch als App verfügbar sein.
  • D'Lëtzebuerger Verben ist das perfekte Tool, um die Konjugation luxemburgischer Verben nachzuschlagen und zu beherrschen.
  • LuxASR (Automatic Speech Recognition for Luxembourgish) ist ein von der Universität Luxemburg entwickeltes Tool, mit dem Aufnahmen in luxemburgischer Sprache transkribiert werden können.

Was macht Luxemburgisch so besonders?

Luxemburgisch ist tatsächlich ein sprachliches Juwel. Die Sprache gehört zu der westdeutschen moselfränkischen Sprachfamilie, hat aber im Laufe der Jahre Einflüsse aus ganz Europa übernommen. Das Ergebnis? Eine Sprache mit großer Vielfalt, die Geschichte und Modernität vereint.

Diese doch einzigartige Sprachenvielfalt ist auf die bewegte Vergangenheit des Landes mit ihren Herrscherwechseln und starken Migrationsbewegungen zurückzuführen. Heute spielt das Luxemburgische nicht nur die kulturelle Öffnung des Landes wider, sondern zeugt auch von seinem Engagement für ein vereintes Europa. Deshalb zählen Deutsch und Französisch genauso zu den Landessprachen wie Luxemburgisch. Andere Sprachen wie Portugiesisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, die skandinavischen Sprachen und die Balkan-Sprachen sind auch stark vertreten.

Luxemburgisch im Alltag: dynamisch, flexibel, im Zentrum des Geschehens

Luxemburgisch ist heute fester Bestandteil des Alltags, und dies auf vielfältige Art und Weise. Nahezu die Hälfte der Bevölkerung spricht die Sprache aktiv und auch wenn der Anteil durch die Einwanderung etwas abnimmt, die Anzahl der Menschen, die Luxemburgisch sprechen, wächst weiter. Das bedeutet, dass Luxemburgisch eine lebendige Sprache ist und sich weiterentwickelt.

Wie und wann die Sprache benutzt wird, hängt stark vom jeweiligen Kontext ab. Und das ist besonders spannend. Jugendliche nutzen Luxemburgisch als Hauptsprache in den sozialen Netzwerken. Auch Menschen, die schon länger in Luxemburg leben, benutzen die Sprache häufiger.

Auch im Radio oder im Fernsehen ist Luxemburgisch gut vertreten, Zeitungen erscheinen dagegen häufiger auf Deutsch, Französisch oder Englisch. Im Alltag begegnet man oft einer bunten Mischung von Sprachen: manchmal wird mitten im Satz die Sprache gewechselt (Code Switching), manchmal entscheidet der Kontext, ob Deutsch, Englisch, Französisch oder Luxemburgisch gesprochen wird.

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