Seit Jahrzehnten schon zieht der Sektor der audiovisuellen Produktion Menschenmassen in die Kinos. Luxemburgische Produktionen und Internationale Koproduktionen konnten sogar das Publikum außerhalb des Großherzogtums überzeugen

Dieser Erfolg ist zu einem großen Teil dem unermüdlichen Einsatz des Film Fund Luxembourg zu verdanken. Diese öffentliche Einrichtung, unter der Zuständigkeit der Ministerin für Kultur und des für den audiovisuellen Sektor zuständigen Ministers, haben das Ziel, die audiovisuelle Produktion in Luxemburg auszubauen. Ihr sind verschiedene Rollen zugewiesen: Das filmische und audiovisuelle Schaffen zu unterstützen und die Produktion und Koproduktion sowie den Vertrieb filmischer Werke zu fördern.  

Eine Branche auf Wachstumskurs 

Der Film Fund unterstützt den Sektor der audiovisuellen Produktion durch die Präsenz auf internationalen Festivals oder wirbt für Luxemburg als Produktionsstandort.

Diese Strategie scheint Früchte zu tragen, denn das Großherzogtum ist auf den roten Teppichen der Welt immer präsenter. Denken wir zum Beispiel an den Erfolg von "Mr Hublot", der 2014 einen Oscar gewonnen hat. Weitere Produktionen könnten ihm folgen, denn einige Filme sind in der Auswahl der renommiertesten Festivals vertreten. Tel Aviv on Fire (Samsa Film), Zero Impunity (a_BAHN, koproduziert von Mélusine Productions), The Swallows of Kabul (Les Hirondelles de Kaboul) (Mélusine Productions), L’Orphelinat (Samsa Film) und Deux d’entre nous (Tarantula) haben Luxemburg im Januar auf dem Palm Springs International Film Festival vertreten. 

© Samsa Film

Die Komödie "Tel Aviv on Fire" hat Luxemburg bei der 92. Oscar-Verleihung in der Kategorie "International Feature Film" vertreten. "Tel Aviv on Fire" ist eine überwiegend luxemburgische Koproduktion, die zu 70% in Luxemburg gedreht wurde.

© ZEILT productions - WATT frame - Arte

Der luxemburgische Animationsfilm "Mr Hublot", der für den Oscar in der Kategorie "best animated short film" nominiert war, hat in Los Angeles den Preis für den besten internationalen Kurzfilm ergattert. "Mr Hublot" wurde komplett im Großherzogtum produziert und hergestellt.

© Samsa Film

Plakat des Films "Eng nei Zäit" (Demain, après la guerre). Luxemburgischer Film, produziert von Samsa Film, Preisträger der Trophée francophone de la réalisation (Regie-Preis, Christophe Wagner)  bei der 4. Verleihung der Trophées francophones du cinéma in Beirut (Libanon).

Doch die luxemburgischen Filme standen auch beim Sundance Festival vom 23. Januar bis 2. Februar 2020 im Vordergrund. Jumbo (Les Films Fauves), Collectif (Samsa Film) und Yalda, A Night Of Forgiveness (Yalda, une nuit de pardon) (Amour Fou Luxembourg) standen dieses Jahr in der Auswahl des wichtigsten US-amerikanischen Independent-Filmfestivals.

Zudem sind Jumbo (Les Film Fauves) und Yalda, A Night Of Forgiveness (Amour Fou Luxembourg) wiederum in der offiziellen Auswahl der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) vertreten, die vom 20. Februar bis 1. März in der deutschen Hauptstadt stattfinden.

Eine lohnende Investition

Der größte Erfolg aller Zeiten war unbestreitbar der Triumph von Mr Hublot, dem Animationsfilm, der im März 2014 bei den Oscars den Preis für den besten internationalen Kurzfilm erhielt. Dieser Kurzfilm wurde komplett im Großherzogtum Luxemburg produziert und hergestellt, und zwar vom Produzenten Laurent Witz (Zeilt Productions) in Zusammenarbeit mit dem Luxemburger Alexandre Espigares, einem ehemaligen Studenten des BTS Animation am Lycée Technique des Arts et Métiers der Stadt Luxemburg. Vor seiner Auszeichnung in Los Angeles wurde der Film bereits mit einer Vielzahl an prestigeträchtigen Auszeichnungen gekrönt, insbesondere bei internationalen Festivals (International 3D Society, Irvine International Film Festival, Kerry Film Festival, 3D Stero Media, Les Nuits Magiques, Animage, etc.).

2019 erhielten zwei luxemburgische Filme Preise beim Internationalen Filmfestival Thessaloniki. Fire will come von Oliver Laxe, koproduziert von Tarantula Luxembourg, gewann den Goldenen Alexander für den besten Spielfilm, und der von Mélusine Productions koproduzierte Animationsfilm The Swallows of Kabul von Zabou Breitman und Éléa Gobbé-Mévellec wiederum wurde mit dem Preis Open Horizons ausgezeichnet.

Die Produktionsgesellschaft a_BAHN wurde bei den prestigeträchtigen VR Days Europe in Amsterdam für 7 Lives von Jan Kounen mit dem Halo Award und für Cosmos Within Us von Tupac Martir mit dem Accomplishment Halo Award ausgezeichnet.

© Iris Productions / Film Fund Luxembourg

Christelle Leblanc, gespielt von Désirée Nosbusch, ist zurück für die zweite Staffel der Serie Bad Banks. Bad Banks war in der Kategorie "Beste Dramaserie" der International Emmy Awards 2019 nominiert. 

© Film Fund Luxembourg / a_BAHN Luxembourg

Die Produktionsgesellschaft a_BAHN wurde bei den prestigeträchtigen VR Days Europa in Amsterdam für 7 Lives von Jan Kounen mit dem Halo Award ausgezeichnet.

Ein finanzieller Impuls, der sich auszahlt

2020 erhielten 19 von 32 audiovisuelle Produktionen eine Finanzhilfe in der Höhe von insgesamt fast 10 Millionen Euro. Diese Investition lohnt sich, denn die finanzielle Unterstützung macht sich auf den roten Teppichen der ganzen Welt immer stärker bemerkbar: zu den Verdiensten zählen Auszeichnungen bei den Academy Awards, beim Wettbewerb in Cannes, Angoulême, Toronto, Busan sowie der Magritte in Belgien.

Seit 1990 wurden dank der Hilfsprogramme über 600 audiovisuelle Werke produziert. Luxemburgische Produktionen wie Superjhemp Retörns, Grand H, Histoire de femmes oder renommierte Serien wie Bad Banks konnten von solch einem Finanzierungsinstrument profitieren. Im Bereich Fernsehen genießen auch 24 Folgen der Dokumentarserie routwäissgro (rot, weiß, grau), gefilmt von unabhängigen luxemburgischen Autoren und Regisseuren, die sich unter dem Namen Kollektiv 13 zusammengeschlossen haben, die Unterstützung des Film Fund.  

Auch Film-Koproduktionen von luxemburgischen Gesellschaften mit internationalen Partnern erhalten solche Subventionen, zum Beispiel die Filme Sawah (2019), Tel Aviv on Fire (2019) oder Colonia Dignidad (2016).  

Luxembourg Film Awards

Seit 2003 wird alle zwei Jahre bei der Zeremonie der Luxembourg Film Awards der rote Teppich für die die Crème de la Crème des luxemburgischen Kinos ausgerollt. Diese Preisverleihung, welche die besten luxemburgischen Produktionen würdigt, organisiert der Film Fund in enger Zusammenarbeit mit der Luxemburgischen Filmakademie (Académie du cinéma au Luxembourg), eine Initiative, die 2012 von der Luxemburgischen Gemeinschaft der Filmtechniker (Association luxembourgeoise des techniciens de l'audiovisuel, ALTA), der Gemeinschaft der Regisseure und Drehbuchautoren (Association luxembourgeoise des réalisateurs et scénaristes, LARS), der Vereinigung der Schauspieler (ACTORS.LU) und der Luxemburgischen Vereinigung der audiovisuellen Produktion (Union luxembourgeoise de la production audiovisuelle, ULPA) gegründet wurde.

Doch der Lëtzebuerger Filmpräis beschränkt sich nicht nur auf eine einfache Auszeichnung der Preisträger oder deren Streben nach Anerkennung. Es geht darum, Qualitätswerke hervorzuheben, das Filmschaffen zu fördern, die Entwicklung der Filmindustrie in Luxemburg zu unterstützen und die Aufmerksamkeit des Publikums auf luxemburgische Produktionen zu lenken.

Da die prestigeträchtigste Preisverleihung des luxemburgischen Films alle zwei Jahre stattfindet, soll hier daran erinnert werden, dass die Paillettenkleider und Smokings im September für die 9. Ausgabe des Lëtzebuerger Filmpräis wieder hervorgeholt werden.

2018 wurden neun Preise verliehen:

  • der Preis für den besten Luxemburger Film (luxemburgischer Spiel- oder Animationsfilm),
  • der Preis für die beste Koproduktion im Bereich Spielfilm,
  • der Preis für die beste Koproduktion im Bereich Animationsfilm,
  • der Preis für den besten Kurzfilm,
  • der Preis für den besten animierten Kurzfilm,
  • der Preis für den besten Dokumentarfilm, 
  • der Preis für die beste künstlerische Leistung (Schauspieler, Drehbuch und Musik),
  • der Preis für die beste technische Leistung (Ton, Schnitt, Bild, Kulissen, Kostüme, Make-up).  

Die Preise werden in Form einer kleinen Statue überreicht, welche die luxemburgische Künstlerin Patricia Lippert 2003 gestaltet hat.