Liichtmëssdag Wenn Luxemburgs Kinder das Licht bringen

Am 2. Februar, am Vorabend des Tages des Heiligen Blasius, feiern die Kinder  Liichtmëssdag (Lichtmess). Mit Liichtebengelcher oder Laternen in der Hand ziehen sie singend von Haus zu Haus und bekommen dafür Süßigkeiten oder Geld. Zu diesem Anlass singen sie ein traditionelles Lied, das alle Kinder kennen, und das mit "Léiwer Härgottsblieschen" beginnt. 

Erbsen und Speck

Nach der Schule oder am frühen Nachmittag schnappen sich die Kinder ihre Liichtebengelcher und brechen in Gruppen auf, um Süßigkeiten und Geld zu erbitten. Meistens bestehen diese Gruppen aus Kindern, die in derselben Nachbarschaft oder Straße wohnen. Früher trugen die Kinder Kerzen am Ende eines Holzzweigs, aber aus Sicherheitsgründen wurden sie durch bunte Laternen mit elektrischen Glühbirnen ersetzt.

Diese farbenfrohe Prozession zieht dann von Haus zu Haus. Wenn sich die Tür öffnet, singen die Kinder ihr Lied ‟Léiwer Härgottsblieschen”, mit dem sie wörtlich um "Speck und Erbsen" bitten. Wer kann schon einer Gruppe von Kindern, die mit der Laterne in der Hand aus vollem Herzen singen, widerstehen?

Am Ende ihres Wegs wird die Beute gerecht unter den Kindern aufgeteilt, die nur auf diesen Moment gewartet haben, um die Früchte ihrer Mühen zu genießen.

Ein Appell an den heiligen Blasius

Die Ursprünge des  Liichtmëssdag  reichen bis ins vorchristliche Zeitalter zurück, doch heute wird das Fest mit der Person des Heiligen Blasius, einem der 14 heiligen Nothelfer, in Verbindung gebracht. Er schützt nicht nur das Vieh, sondern hilft auch gegen Halsweh, Geschwüre und die Pest. Der Laternenumzug der Kinder soll übrigens die Menschen daran erinnern, dass Christus sich selbst als das Licht der Welt definiert hat, welcher das Licht ins Dunkel bringt.

© SIP

Wenn Sie mitsingen wollen, hier der Text:

Léiwer Härgottsblieschen,
Gitt ons Speck an Ierbessen
Ee Pond, zwee Pond,
Dat anert Joer da gitt der gesond,
Da gitt der gesond.
Loosst déi jonk Leit liewen
Loosst déi al Leit stierwen,
(Variante: an déi al derniewent)
Kommt der net bal,
D'Féiss ginn ons kal.
Kommt Der net gläich,
Da gi mer op d'Schläich.
Kommt der net geschwënn,
D'Féiss ginn ons dënn.
Kommt Der net gewëss,
Da kritt Der e Schouss voll Nëss.

Version von Nik Welter (1929)

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