Der luxemburgische Pavillon, ein Manifest der Kreislaufwirtschaft Der Pavillon bezeugt Luxemburgs Engagement für verantwortungsvolles Bauen von morgen

Der luxemburgische Pavillon auf der Weltausstellung in Dubai ist ein unvergessliches Aushängeschild, das dem Großherzogtum in der ganzen Welt zu Aufmerksamkeit verhilft. Seine die Kreislaufwirtschaft widerspiegelnde Silhouette symbolisiert die Offenheit und Dynamik des Landes.  

Fernab in der glühenden Hitze Dubais hebt sich ein futuristisch anmutendes Bauwerk originell von dieser kargen Region, die die Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten umgibt, ab. Hier, in der Stadt Dschabal Ali, ist der luxemburgische Pavillon unter vielen anderen architektonischen Meisterleistungen, die sich rund um ihn auf dem Gelände der Weltausstellung befinden, auf 438 ha Sinnbild der Zukunft.

Das gigantische Event ist in drei Distrikte unterteilt, wobei jeder einem allgemeinen Thema gewidmet ist: "Opportunity", "Mobility" und "Sustainability". Diese thematischen Zonen, in denen die Teilnehmerländer ihre Pavillons errichtet haben, umgeben den Hauptplatz der Expo 2020. 

Der luxemburgische Pavillon

Der luxemburgische Pavillon ragt im "Opportunity District" auf, dem dritten Unterthema, das für die Bewältigung der Herausforderungen der Welt von morgen als wesentlich gilt.

Die Silhouette der Struktur stellt ebenso wie das zentrale Thema des Events "Gedanken verbinden, die Zukunft gestalten" ein Signal für die sich entwickelnde Zukunft dar. Seine gewellte Form, die mit den futuristischen Rundungen anderer Meisterstücke auf dem Ausstellungsgelände im Dialog steht, basiert auf der Idee des Möbiusbandes. Sie steht beispielhaft für die Einhaltung der Grundsätze der Kreislaufwirtschaft und symbolisiert die Offenheit und Dynamik des Landes. Aber auch mit seinem Namen Resourceful Luxembourg verdeutlicht das Projekt die Vision des Großherzogtums in Sachen Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Entwicklung.

Hinter dieser imposanten Meisterleistung stecken die Architekten des Büros METAFORM, deren architektonisches Konzept sich mit einer beeindruckenden mitreißenden Szenographie vereint. Letztere vermittelt allgemeine Informationen über das Land und seine Bevölkerung, die verschiedenen Wirtschaftssektoren und das alltägliche Leben, um dann mit geselligeren Aspekten zu enden.

© METAFORM
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Das Material als Abbild des Konzepts

Getreu dem Kreislaufwirtschaftsgedanken des Events zeugt der Pavillon vom Engagement Luxemburgs und der Architekten für das verantwortungsvolle Bauen von morgen. Das 50 Meter lange und 21 Meter hohe Gebäude besteht aus leicht recycelbaren Materialien.

Aus diesem Grund besteht der Pavillon im Wesentlichen aus Stahl - aber Stahl wurde auch aufgrund seiner äußerst hohen Komplexität gewählt. Diese Art der Gebäudegeometrie ist mit allen anderen Materialien schwer zu realisieren. Ein Teil des Stahls stammt von Arcelor Mittal. Laut den Architekten bestand die Idee allerdings darin, so wenig verschiedene Materialien wie möglich zu verwenden.

Die 2.100m2 große Fläche, auf der der Pavillon ruht, ist aus Beton. Der Rest besteht aus Dämmstoffen und Gipsplatten. Alles kann problemlos abgebaut werden, und die Materialien können alle leicht getrennt werden.

Dennoch gibt es einen Haken. Die Hülle - das Möbiusband - besteht aus einer glasfaserverstärkten Membran, deren Recycling praktisch unmöglich ist. Laut den Aussagen des Architektenbüros wurde jedoch mit dem Hersteller vereinbart, dass Letzterer die Membran zurücknimmt und wiederverwendet. 

Ursprünglich war die Verwendung einer Membran aus PVC vorgesehen. Diese wäre durchaus recycelbar gewesen. Aber die Behörden von Dubai haben auf den Pavillon die Brandschutzanforderungen angewandt, die für alle Hochhäuser in Dubai gelten. Daher wurde die glasfaserverstärkte Membran genutzt.  

© Jangled Nerves
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Die Szenographie, eine schöne Visitenkarte

Der Pavillon des Großherzogtums stellt einen unbestreitbaren Fixpunkt der Expo von Dubai dar, nicht nur, weil er als einziger über eine riesige Rutsche verfügt, sondern vor allem auch, weil Luxemburg mit diesem futuristischen Pavillon im Rahmen dieses Mammutevents brillieren möchte. Mit anderen Worten ist die Anwesenheit in Dubai die Gelegenheit für das Großherzogtum, seine Vorzüge, seine Vielfalt, seine Geschichte und seine Innovation in Verbindung mit seinen Kompetenzen in Sachen ökologischer Wandel, Konnektivität und Nachhaltigkeit zur Schau zu stellen.  

Diese Ziele werden insgesamt in einer anspruchsvollen Szenographie umgesetzt, die der Präsentation Luxemburgs als außergewöhnliches Land mit Potenzial dient. Die Eigenschaften des Landes werden in fünf Bereichen (diverse, connecting, sustainable, enterprising, beautiful) umgesetzt, die jeweils auf den verschiedenen Stockwerken des Pavillons präsentiert werden.

Am höchsten Punkt des Pavillons können die Besucher entscheiden, entweder über die Treppe oder über die Rutsche zum Erdgeschoss zurückzukehren, eine Anspielung auf die "Schueberfouer", die alte luxemburgische Tradition.

Im Erdgeschoss sind der Shop und das Restaurant "Schengen Lounge" zu finden. Der Pavillon verfügt über einen Sitzungssaal namens "Melusina", ein Name, der auf die Sage um die Gründung Luxemburgs zurückgeht. Für einen Rundgang benötigt man durchschnittlich etwa 15 bis 20 Minuten. Mit seinen 3 Stockwerken bietet der Pavillon Platz für 500 Personen.  

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