Luxemburg stellt auf kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr um

Seit dem 29. Februar 2020 ist der öffentliche Personennahverkehr in Luxemburg kostenlos. Gefeiert wurde dieses unvergleichliche Event mit Minikonzerten in den Bahnhöfen und einem großen außergewöhnlichen Konzert im "Neien Tramsschap" auf dem Kirchberg. Der Eintritt zu den Konzerten war selbstverständlich ... frei. 

Schluss mit der Fahrkarte für das öffentliche Transportwesen. Seit dem 29. Februar ermöglicht Luxemburg seinen Bürgern und nicht gebietsansässigen Personen die Fahrt durch das gesamte Land, ohne dafür zur Kasse gebeten zu werden. Das heißt im Klartext, dass die Nutzung der öffentlichen Transportmittel nunmehr für alle kostenlos ist. Die Unentgeltlichkeit betrifft alle staatlich finanzierten Verkehrsmittel auf luxemburgischem Gebiet, seien es Busse, Bahnen oder Straßenbahnen (CFL, Luxtram, RGT, TICE). Die Busse der Stadt Luxemburg (AVL) haben sich ebenfalls diesem Prinzip angeschlossen.  

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Kostenlose öffentliche Verkehrsmittel: die Busse der Stadt Luxemburg (AVL) schließen sich ebenfalls diesem Prinzip an. 

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Die kostenlose Mobilität kann sich positiv auf die Umwelt auswirken, indem neue Nutzer für die öffentlichen Verkehrsmittel gewonnen werden.

Kostenlose Beförderung, kostenlose Konzerte

Mit den kostenlosen öffentlichen Transportmitteln wird das Großherzogtum somit europaweit zum ersten Land, in dem der öffentliche Personennahverkehr auf nationaler Ebene ganz und gar gratis ist.

Um diesen außergewöhnlichen Schritt zu würdigen, wurden landesweit Feierlichkeiten organisiert. Den Auftakt der Feierlichkeiten bildeten nachmittags am 29. Februarzwölf Minikonzerte, die auf kleinen Bühnen in den Bahnhöfen von Belval-Universität, der Stadt Luxemburg, Pfaffenthal-Kirchberg und Ettelbrück stattfanden.

Straßenmusikgruppen begleiteten Reisende in Bahnen, Straßenbahnen und Bussen. Zu ihnen gehörten die Künstler Serge Tonnar und Michel Reis, die jeweils in der Seilbahn und in der Tram auftraten.  

Am Abend trafen sich die Musiker dann alle zu einem großen Konzert im "Neien Tramsschapp" auf dem Kirchberg. Das Wartungszentrum wurde zum Schauplatz eines Musikfestivals mit zwei Bühnen: einer draußen installierten kleineren Bühne im "Spigelzelt", dem Spiegelpalast vom Beginn des 20. Jahrhunderts, und einer großen Bühne "Tramsschapp" in der Wartungshalle der Tram.

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Programm:

12 bis 18 Uhr : die Künstler traten in den Bahnhöfen von Belval-Universität, der Stadt Luxemburg, in Pfaffenthal-Kirchberg und Ettelbrück sowie in den Bahnen, Bussen und in der Tram selbst auf : AEM, Alfalfa, Aamar, Cheak !, MAZ, Oke Khalid , Michel Reis feat. Studnitzky, EDSUN, Nicool, Serge Tonnar, Stayfou und Tuys.

18 Uhr: DJ DEE (Bühne Tramsschapp)
19.15 Uhr: Michel Reis feat. Studnitzky (Bühne Spigelzelt)
20.15 Uhr: EDSUN (Bühne Tramsschapp)
21.00 Uhr: Serge Tonnar (Bühne Spigelzelt)
21.45 Uhr: Tuys ((Bühne Tramsschapp)
22.30 Uhr: Nicool (Bühne Spigelzelt)
23.15 Uhr: Stayfou (Bühne Tramsschapp)
24 - 1 Uhr: DJ Nosi (Bühne Tramsschapp)

Soziale und ökologische Maßnahme

Seit dem 29. Februar hat Luxemburg den kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr eingeführt. Das Großherzogtum, in dem bereits seit 2018 die öffentlichen Verkehrsmittel für alle Jugendlichen unter 20 Jahren und für Studenten kostenlos waren, wird demnach europaweit zum ersten Land, in dem der öffentliche Transport ganz und gar gratis ist. 

Die Entscheidung zur Umstellung auf die kostenlose Mobilität stützt sich auf ein ambitioniertes Programm und Kosten von 40 Millionen Euro. Dieser Betrag resultiert aus dem Verkauf der Fahrscheinen und Dauerfahrkarten pro Jahr, der nur 8% der Kosten des öffentlichen Personennahverkehrs ausmacht. Die Kosten der Maßnahme, die über das Steuersystem ausgeglichen wird, gelten als annehmbar, da sie laut der finanziellen Gleichung vor allem als sozial gilt. Ferner kann sich die Unentgeltlichkeit von ihrem ökologischen Aspekt her positiv auf die Umwelt auswirken, indem neue Nutzer für die öffentlichen Verkerhrsmittel gewonnen und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen, dank der Verminderung der Anzahl von Fahrzeugen auf der Straße, minimiert werden. 

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