Die luxemburgische Gesellschaft sticht durch ihre Öffnung gegenüber Sprachen hervor: Luxemburgisch, Deutsch und Französisch – die Verwaltungssprachen –, treffen im Alltag auf viele andere Sprachen, wie Englisch, Portugiesisch oder Italienisch, die sowohl von Einwohnern wie auch Grenzgängern oder Expats gesprochen werden. Es ist also natürlich,  dass die Schüler an Luxemburgs Schulen bereits früh mit einem mehrsprachigen und bereichernden Umfeld in Berührung kommen.

Sprachen und ihr Stellenwert in der Bildung

Das  luxemburgische Schulsystem baut  hauptsächlich auf Deutsch und  Französisch auf, welche nicht nur als Schulfächer unterrichtet werden, sondern auch als Unterrichtsssprache dienen. Das geschriebene Luxemburgisch wird im ersten Zyklus der Grundschule unterrichtet, wie auch in geringerem Umfang in den Sekundarschulen. Dort wird das Sprachenangebot ausgebaut, mit Englisch und optional weiteren Sprachen, wie Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder Chinesisch.

 

Sprachen in der Kinderbetreuung

Kinder werden  mit einem mehrsprachigen Bildungsprogramm  auf spielerische und altersgerechte  Art und Weise an andere Sprachen herangeführt. Ziel ist es, dass die Kinder sich daran gewöhnen andere Spachen als ihre Muttersprache zu hören und zu sprechen.

 

Grundschule: Erlernen der Verwaltungssprachen

Im 1. Zyklus der Grundschule (Kinder zwischen 3 und 5 Jahre) legen  die Programme besonderen Wert auf das Erlernen des Luxemburgischen, die Hauptverkehrssprache. Dazu kommt eine Einführung  in das Französische. In den folgenden Zyklen (6-12 Jahre) wird die Alphabetisierung in Deutsch als Unterrichtssprache für alle Fächer unterrichtet. Das Erlernen der französischen Sprache erfolgt in 2 (mündlichen) bzw. 3 (schriftlichen) Zyklen.

 

Sekundarschule: der Ausbau der Mehrsprachigkeit

In der Sekundarstufe variiert die Bedeutung der Sprachen im Lehrplan je nach gewähltem System, aber ihr Lernen spielt weiterhin eine zentrale Rolle. Die Lingua franca ist entweder deutsch oder französisch. Hinzu kommt Englisch und optional Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder Chinesisch als 4. moderne  Sprache, sowie wahlweise auch Latein.

 

Schüler in ihrer Sprache aufnehmen

Wenn man weiß, wie viele Sprachen  in Luxemburg täglich gesprochen werden, erstaunt es nicht, dass es quasi zum Alltag gehört, dass Schüler eingeschult werden, die keine der drei Verwaltungssprachen beherrschen. Aus diesem Grund gibt es in Luxemburgs Schulen eine Reihe Mittel um  solche Schüler bei ihrer Integration zu unterstützten und die  nötigen Kenntnisse zu vermitteln, um ihre schulische Laufbahn hier fortzusetzen.

In  der Grundschule erlaubt es die Alphabetisierung auf Deutsch, dass alle Schüler zusammen vorankommen, ganz gleich was die Muttersprache des Kindes ist. Trotzdem hat die Regierung integrierte Kurse  für Kinder eingeführt, deren Muttersprache Portugiesisch ist. Diese Kurse finden  in einigen Fächern statt um es den Kindern zu ermöglichen, den offiziellen Programmen zu folgen.

Für ausländische Schüler, welche gleich in die luxemburgischen  Sekundarstufe eingeschult werden, gibt es  gleich mehrere Programme,  um es ihnen zu erlauben, sich in das luxemburgische System einzufügen, auch wenn sie einen Teil ihrer schulischen Laufbahn im Ausland absolviert haben. Dabei handelt es sich beispielsweise um Leistungskurse im Französischen oder Deutschen, Klassen mit Französisch als Unterrichtssprache, Aufnahme- und Integrationsklassen, wie um englischsprachige Klassen.

Neben den öffentlichen Schulen gibt es darüber hinaus  ein Angebot an  internationalen Schulen, in denen Schüler beispielsweise einen Internationales Baccalaureat auf Französisch oder Englisch abschließen können, ein Europäisches Baccalaureat, ein englisches A-Levels oder andere ausländische Diplome, welche in Luxemburg anerkannt sind.

 

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