Wie kann man von Anfang an allen Kindern unabhängig von ihrer Herkunft die besten Chancen bieten? Luxemburg hat eine Reihe wichtiger Maßnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass die Kinder nicht nur qualifiziert betreut werden, sondern dass auch ausreichend Plätze in den Betreuungseinrichtungen bereitstehen und die Familien finanziell unterstützt werden. So ist es möglich geworden, dass in Luxemburg jedem Kleinkind (0-4 Jahre) eine gratis Betreuuung in einer Betreuungseinrichtung von bis zu 20 Stunden zusteht.

Qualitative Betreuung

Die Qualität der Betreuung beschränkt sich nicht auf die Infrastrukturen und Sicherheitsnormen: Sie umfasst auch das pädagogische Angebot der Einrichtungen, das heißt ihr Programm und ihre Aktivitäten. Die Qualität wird durch ein pädagogisches Qualitätssystem gesichert, dessen Anwendung regelmäßig kontrolliert wird.

Ganz konkret ist jede Bildungs- und Betreuungseinreichtung (Service d'éducation et d'accueil, SEA) verpflichtet:

  • ein allgemeines Aktionskonzept auszuarbeiten;
  • das sozialpädagogische Personal weiterzubilden;
  • sich regelmäßig von nationalen Beamten bewerten zu lassen;
  • ein Logbuch zu führen.

So kann der Staat garantieren, dass überall, wo Sie Ihr Kind anmelden, dieselben Standards angewendet werden. Hier finden Sie eine Aufzählung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten:

Kinderkrippen

Die Kinderkrippen betreuen Kinder von 3 Monaten bis 4 Jahre, d. h. bis zur Schulpflicht. Sie verfolgen unterschiedliche pädagogische Konzepte. So gibt es Bio-Kinderkrippen, Betriebskinderkrippen, mehrsprachige Kinderkrippen, Waldkinderkrippen ("Bëschcrèche") usw. Als Eltern haben Sie die freie Auswahl, in welcher Kinderkrippe Sie Ihr Kind anmelden möchten.

Mini-Kinderkrippen

Die Mini-Kinderkrippen (mini-crèches) sind dezentrale Strukturen in denen bis zu 11 Kinder zwischen 0 und 12 Jahren betreut werden können. Ihr Ziel ist es, das Angebot besonders in ländlichen Gegenden zu erweitern. Mindestens 2 Personen sind nötig um eine Mini-Kinderkrippe zu führen, unter Berücksichtigung aller Sicherheits-, Hygiene- und Qualitätsvorschiften. Dazu gehört auch das Programm für mehrsprachige Bildung.

Kinderhorte

Die Kinderhorte betreuen Kleinkinder im Alter von 2 Monaten bis zu 8 Jahren während höchstens 16 Stunden wöchentlich. Es handelt sich dabei eher um eine Behelfslösung für die Familien oder auch eine gute Möglichkeit, um ein Einzelkind an das Zusammenleben mit anderen Kindern zu gewöhnen. Wie die Kinderkrippen können die Kinderhorte kommunale, staatlich geförderte oder private Einrichtungen sein.

Kindertagesstätten

Die Kindertagesstätte betreut Schulkinder im Alter von 4 bis 12 Jahren, d. h. bis zum Ende des Grundschulunterrichts. Die Tagesstätten sind außerhalb des Unterrichts und während der Schulferien geöffnet. Die Kinder essen gemeinsam in der Kantine zu Mittag und am Nachmittag werden die Hausaufgaben erledigt.

Schülerhorte (Maisons relais)

Die Schülerhorte bieten eine höhere Flexibilität bei den Öffnungszeiten und der Betreuung als Kinderkrippen oder Kinderhorte. Sie kümmern sich um Kinder im Alter von 3 oder 4 Jahren bis zum Alter von 12 Jahren, unter bestimmten Umständen bis zu 18 Jahren. Die Schülerhorte sind von 7 bis 19 Uhr geöffnet und bieten Betreuung, Verpflegung, Freizeitgestaltung und Hausaufgabenhilfe.

Tageseltern

Es besteht ferner die Möglichkeit, sein Kind bei Tageseltern in Betreuung zu geben, bei denen das Kind gegen Entgelt in familiärem Rahmen betreut wird. Der Zeitrahmen ist hier häufig flexibler als bei Kinderkrippen oder Kinderhorten, und auch kranke Kinder können aufgenommen werden. Die Agence Dageselteren ist die entsprechende Anlaufstelle für Eltern.

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