Wirtschaftsporträt Von der Eisenindustrie zur Umwelttechnologie – ein kurzer Überblick über die dynamische und zuverlässige Wirtschaft Luxemburgs

Mehr als anderen Staaten gelang es Luxemburg im Verlauf seiner Geschichte immer wieder, eine Wirtschaftspolitik zu konzipieren,  auf deren Grundlage sich mittels eines liberalen, modernen, flexiblen, und innovativen Rechtsrahmens neue Aktivitäten entwickeln konnten. In der Bemühung, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern und ihre Produktionskosten zu senken, ist der luxemburgische Staat bestrebt, einen geeigneten rechtlichen Rahmen für die Wirtschaftsentwicklung zu schaffen.

Wettbewerbsfähigkeit

Die Ergebnisse dieser Bemühungen finden als stets  hervorragende Leistungen in  den unterschiedlichen internationalen Studien zum Thema Wettbewerbsfähigkeit ihren Niederschlag.

So rangiert das Land an 12. Stelleweltweit im Global Competitiveness Index des IMD (2019), der die Fähigkeit von Nationen einordnet und analysiert, ein Wirtschaftsumfeld zu schaffen und aufrechtzuerhalten, das die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unterstützt. Im Global Competitiveness Report 2019 des Weltwirtschaftsforums (WEF), ein Bericht, der die Wettbewerbsfähigkeit in 141 Ländern weltweit untersucht, steht das Großherzogtuman 18. Stelle weltweit.

Diversifizierung der Wirtschaft

Insbesondere die Entdeckung von Eisenerzvorkommen Mitte des 19. Jahrhunderts und der Aufbau einer starken Eisen- und Stahlindustrie von Weltrang begründen den Reichtum des Großherzogtums. Über lange Jahre hinweg war die 1911 gegründete Stahlgesellschaft ARBED der wichtigste Arbeitgeber, Steuerzahler und Exporteur im Großherzogtum. In den 1970er Jahren trafen dann die unerwarteten Auswirkungen der weltweiten Stahlkrise die luxemburgische Wirtschaft mit voller Wucht.

Industrielle Diversifizierung

Die politischen Entscheidungsträger waren sich der Gefahr bewusst, welche die ausschließliche Abhängigkeit von der Eisen- und Stahlindustrie barg, und leiteten ab den 60er Jahren einePolitik der Diversifizierung der Industrie ein.

Die Maßnahmen zeitigten einen bemerkenswerten Erfolg: Zur klassischen Schwerindustrie kamen andere Industrieunternehmen aller Größen aus den verschiedensten Branchen hinzu, welche auch innovative Technologien anwenden.

Auf dem Weg zu einer Dienstleistungswirtschaft

Der Umbau einer im Wesentlichen von der Eisen- und Stahlindustrie geprägten Wirtschaft zu einer Dienstleistungswirtschaft ging ab Mitte der 1970er Jahre praktisch innerhalb eines Jahrzehnts vonstatten.

Heute ist der Finanzsektor der Hauptmotor der luxemburgischen Wirtschaft. Der Finanzplatz zählt zu den wichtigsten internationalen Finanzplätzen und im Bereich Investmentfonds steht Luxemburg an erster Stelle in der Europäischen Union und an zweiter weltweit.

Der Finanzsektor hat sich intern diversifiziert, besonders was die Entwicklung des Bereichs der Sustainable Finance betrifft. Tatsächlich verfügt das Land mit dem Luxembourg Green Exchange (LGX) seit 2016 über die weltweit erste ausschließlich der grünen Finanzwirtschaft gewidmete Börse. Diese Bemühungen werden regelmäßig von internationalen Benchmarks wie dem Global Green Finance Index anerkannt, der Luxemburg, was die Stärke der Green Finance (2019) betrifft, an 2. Stelle weltweit reiht.

Sich des Risikos einer starken Abhängigkeit der Wirtschaft von einem einzigen Sektor bewusst, verfolgen die luxemburgischen Behörden jedoch eine Politik der Diversifizierung der nationalen Wirtschaftsstruktur durch eine Strategie für multisektorielle Spezialisierung. Mit der Unterstützung, in erster Linie, von Informations- und Kommunikationstechnologien, Logistik, Gesundheits- und Umwelttechnologien, Forschung, Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Seeschifffahrtbetreibt Luxemburg aktiv die Diversifizierung seiner Wirtschaft.

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