Der luxemburgische Arbeitsmarkt zeichnet sich durch ein internationales und multikulturelles Arbeitsumfeld aus. Die Zahl ausländischer und mehrsprachiger Arbeitskräfte ist in Luxemburg außergewöhnlich hoch. Hinzu kommt ein sehr starker Dienstleistungssektor und eine Arbeitslosenquote, die unter dem europäischen Durchschnitt liegt.

Ein internationales und multikulturelles Arbeitsumfeld

Seit der Stahlkrise in den 70er Jahren gilt die Eisen- und Stahlindustrie nicht mehr als Zugpferd der luxemburgischen Wirtschaft. Das Großherzogtum bildete dann neue Säulen und wandte sich neuen Dienstleistungen im tertiären Sektor zu.

Mit seinem neuen Status als internationaler Finanzplatz  hat Luxemburg auch Branchen wie die Informations- und Kommunikationstechnologien, Logistik, E-Commerce und Biotechnologie ausgebaut sowie gleichzeitig Forschung und Entwicklung gefördert.

Mehrere  weltweit agierende Industriekonzerne haben in Luxemburg ihren Firmensitz (ArcelorMittal, Goodyear, Guardian, Dupont...).

Im Bereich der  Informations- und Kommunikationstechnologien  sowie der Medien  agieren mehrere Kommunikationsriesen von Luxemburg aus: RTL Group, Europas größter Betreiber von Privatfernsehen und Privatradio, und SES, weltweiter Marktführer im Kommunikations- und Fernübertragungswesen, mit einer Flotte von 40 Satelliten. Multinationale Konzerne des E-Businessbereichs wie Skype, iTunes, PayPal, eBay oder Amazon.com haben sich ebenfalls in Luxemburg niedergelassen.

Der  Luxemburger Finanzplatz  spielt auf internationalem Niveau eine führende Rolle und zahlreiche  europäische Institutionen  haben ihren Sitz in der luxemburgischen Hauptstadt.

Die einheimischen Arbeitskräfte sprechen die  drei alltäglichen Gebrauchssprachen ( Luxemburgisch, Französisch, Deutsch) fließend. Durch das multikulturelle Umfeld sprechen viele Arbeitnehmer zudem Englisch. Welche Sprache am Arbeitsplatz gesprochen wird, hängt stark von der Herkunft oder der Nationalität des Unternehmens ab.

Eine außergewöhnlich hohe Anzahl ausländischer Arbeitskräfte

Seit 1985 steigt die Zahl der Arbeitnehmer, die in Deutschland, Frankreich oder Belgien leben und in Luxemburg arbeiten. Grund für diese Entwicklung ist, dass der  Bedarf der  Unternehmen nach Arbeit nicht allein durch Luxemburger und Einwanderer geleistete werden kann.

Doch in den letzten Jahrzehnten verdoppelte sich die Beschäftigungsquote im Großherzogtum beinahe. Der Hauptgrund hierfür ist der Zustrom der Grenzgänger aus Frankreich, Belgien und Deutschland. Ende April 2019 überquerten jeden Tag mehr als 190.000 die Grenze, um zur Arbeit zu kommen.

98.000 Arbeitnehmer kommen aus Frankreich, das damit am stärksten vertreten ist, gefolgt von Deutschland (47.000) und Belgien (46.000). Hinzu kommen etwa 10.000 internationale Angestellte und Beamte. Insgesamt wird 45% des Arbeitsmarkts von Grenzgängern besetzt. 

Eine Arbeitslosenquote, die unter dem europäischen Durchschnitt liegt

In Luxemburg lag die von Statec berechnete Arbeitslosenquote Ende Juli 2019 bei 5,5%. Innerhalb eines Jahres entspricht dies einem Zuwachs von 406 Personen oder 2,7%. Mit 15.668 am 31. März 2019 bei der ADEM gemeldeten Arbeitslosen liegt die Arbeitslosenquote weiter unter dem europäischen Durchschnitt. Im  April 2019  betrug die Arbeitslosenquote in der Europäischen Union 6,4% und in der Euro-Zone 7,6%.  

Die Agentur für Arbeit  (ADEM) hat den Auftrag, den arbeitslosen Menschen, und aber auch den Unternehmen, bei ihrer Suche zu helfen, sei es, um eine geeignete Arbeitsstelle zu finden oder um den passenden Kandidaten ausfindig zu machen.

Wo der soziale Frieden Tradition hat

Der soziale Frieden wird in Luxemburg traditionell groß geschrieben. Soziale Unstimmigkeiten werden in der Regel im  Dialog  mit den Tarifpartnern gelöst, sei es innerhalb eines Unternehmens oder auf Landesebene.

Der  Konjunkturausschuss  hat die Aufgabe, die wirtschaftliche und konjunkturelle Entwicklung des Landes sowie die Situation auf dem Arbeitsmarkt genau zu verfolgen.

(Quellen:  Handelskammer,  Statistikportal)

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