Sport - Radsport

François Faber (1887-1915)

Der Riese im Gelben Trikot

François Faber, Gewinner der Ausgabe 1913 von Paris-Roubaix
Quelle: Französische Nationalbibliothek
François Faber, auch der „Riese von Colombes” genannt, hält mit 5 Etappensiegen in Folge, die er 1909 bei der Tour de France errang, einen Weltrekord im Radrennsport. Im selben Jahr gewann er die Tour de France und wurde so zum ganzen Stolz der Nation. Der Luxemburger war damit der erste ausländische Sieger der Tour de France!

Bescheidene Anfänge

François Faber wurde 1887 in Aulnay-sur-Iton in Frankreich als Sohn eines Luxemburgers aus Wiltz und einer französischen Mutter geboren. Um dem Militärdienst in Frankreich zu entgehen, entschied er sich für die luxemburgische Staatsangehörigkeit. In Colombes, wo sich die Familie 1895 niederließ, verließ er die Schule im Alter von gerade mal 13 Jahren und lebte von Gelegenheitsarbeiten. 1904 nahm er eine Stelle als Dockarbeiter im Hafen von Courbevoie an. Während seiner Zeit in Courbevoie begeisterte ihn sein Bruder für das Radfahren.

Der Luxemburger greift an

Der junge François verbrachte viel Zeit auf dem Fahrrad, sodass seine Umgebung ihn drängte, 1906 bei der Tour de France mitzufahren – ohne jede Erfahrung bei Radrennen. Dies war eine der besten Entscheidungen seines Lebens! Er wurde zwar nach der 6. Etappe disqualifiziert (er erschien um 9.00 Uhr morgens, also nach dem Ende der offiziellen Kontrolle), meldete sich aber für die Tour de France 1907 erneut an. Unter Vertrag beim Team Labor erreichte er in der Gesamtwertung den 7. Platz. François Faber war nun im Rennen. 1908 belegte er für das Team Peugeot in der Gesamtwertung den 2. Rang.

François Faber war für einen Radrennfahrer zwar korpulent, verfügte jedoch über außerordentliche Kräfte.

Die Tour de France 1909 hat ihn zur Legende gemacht. Er gewann 5 Etappen in Folge, dann eine sechste, legte insgesamt 580 km in Ausreißergruppen zurück und erreichte als erster die Champs-Elysées. Dieser Erfolg war umso bemerkenswerter, wenn man sich die schwierigen Witterungsbedingungen vor Augen führt: 50 Fahrer gaben schon in den ersten 6 Tagen wegen starker Regen- und Schneefälle sowie schlammiger und vereister Straßen auf.

Von 1910 bis 1914 nahm er an der Tour de France teil und stellte seine Leistung unter Beweis, ohne jedoch siegen zu können.

Gefallen für Frankreich

Im August 1914 marschierten die deutschen Armeen in Frankreich ein; der Erste Weltkrieg begann. Als Luxemburger trat François Faber am 22. August in die Fremdenlegion ein. Am 5. Mai 1915 erfuhr er nahe Mont-Saint-Eloi, dass seine Frau Eugénie eine Tochter zur Welt gebracht hatte. Am 9. Mai galt François Faber nach einem Angriff auf die „Ouvrages blancs“ nahe Carency als vermisst. Seine Leiche wurde niemals gefunden.

Posthum wurden ihm das „Croix de guerre“ und die „Médaille militaire“ verliehen. Ein Radweg und ein Radrennen in Luxemburg sowie eine Gedenktafel im Stadtpark von Luxemburg-Stadt tragen seinen Namen.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 08-06-2017