Die Festung Luxemburg

Ein wahrhaftes "Gibraltar des Nordens"

Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage gehörte die Festung Luxemburg vom 16. Jahrhundert bis zu ihrer Schleifung im Jahr 1867 zu Europas bedeutendsten Befestigungsanlagen.

Die Befestigungen, oftmals erweitert und verstärkt durch aufeinanderfolgende europäische Großmächte (Heiliges Römisches Reich deutscher Nation, Burgunder, Habsburger, Spanier, Franzosen und schließlich Preußen), wandelten sich im Lauf der Jahrhunderte zu einem echten "Gibraltar des Nordens". Die Festungsanlagen erstreckten sich damals über eine Fläche von 180 Hektar.

UNESCO-Weltkulturerbe

Die Überreste der einstigen Festung sind in der Hauptstadt noch überall sichtbar. Im Anschluss an den Londoner Vertrag, den die europäischen Großmächte am 11. Mai 1867 unterzeichneten, wurden die militärischen Anlagen zerstört; übrig geblieben ist bis heute nur etwa ein Zehntel der ursprünglichen Festung.

Heute sind die Überreste - Forts, Bastionen und Kasematten - sowie die historisch ebenfalls hochinteressante Altstadt weit über die hiesigen Grenzen hinaus bekannt. 1994 wurden sie in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Kasematten

Die Bock- und Petrusskasematten zeugen von der glorreichen Vergangenheit der Festungsstadt. Die labyrinthartigen, unterirdischen, tief in den Fels gegrabenen Stollen, die seit 1994 ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, sind weltweit einzigartig.

Sie bilden ein außergewöhnliches Netzwerk von mehr als 17 Kilometern Länge. In den Felsen der Stadt befinden sich außerdem Bombenschutzvorrichtungen von über 40.000 Quadratmetern Fläche. In beiden Weltkriegen dienten sie als Unterstände, die bei Fliegeralarm oder Bombenangriffen bis zu 35.000 Menschen Schutz boten.

Musée Dräi Eechelen - Festung, Geschichte, Identitäten (Musée Dräi Eechelen - Forteresse, Histoire, Identités)

Das Fort Thüngen - 1867 bei der Schleifung der Festung Luxemburg teilweise zerstört - wurde in Stand gesetzt, restauriert und neu aufgebaut, um dort das "Musée Dräi Eechelen" zu eröffnen. Das Museum, nur ein Katzensprung vom Museum für moderne Kunst Grand-Duc Jean (Musée d'art moderne Grand-Duc Jean, MUDAM) entfernt, hat im Juli 2012 seine Türen geöffnet. Der Besucher kann sich hier über die Festung Luxemburg sowie über die Geschichte und die nationale Identität informieren. Außerdem gibt es im Musée Dräi Eechelen Informationen zum Vauban-Rundweg.

Auskünfte und Besichtigungen der alten Festungsanlagen

Informationen zu den ehemaligen Festungsanlagen Luxemburgs und zur Besichtigung der Anlagen erhalten Sie im Luxembourg City Tourist Office.

  • Der Wenzel-Rundweg bietet unter dem Motto "1.000 Jahre in 100 Minuten" eine Reise durch Raum und Zeit und führt an folgenden Sehenswürdigkeiten vorbei: Bockfelsen, Altstadt, Wenzel-Ringmauer, Alzettetal mit seinen symbolträchtigen Befestigungsanlagen.
  • Der Vauban-Rundweg führt durch die historischen Stadtviertel und passiert dabei die ehemaligen Stadttore, die Kasematten, einige befestigte Brücken und mehrere Bastionen. Benannt ist der Rundweg nach Vauban, dem berühmten Festungsbaumeister aus der Zeit des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV.
  • Letzte Änderung dieser Seite am 26-07-2018