Gemeinden

Das Großherzogtum Luxemburg ist in 102 Gemeinden unterteilt.

Der luxemburgische Staat kennt weder Provinzen, noch Departements. Die Gemeinde ist die einzige Anwendung des Grundsatzes der territorialen Dezentralisierung.

Die am meisten bevölkerten Gemeinden sind: Luxemburg, die Hauptstadt (114.090 Einwohner), dann Esch/Alzette (34.400) und Differdingen (25.400). Es folgen Düdelingen, Petingen, Sanem und Hesperingen mit über 15.000 Einwohnern (Zahlen am 1. Januar 2017).

Verwaltungstechnisch gesehen bildet die Gemeinde eine autonome Gebietskörperschaft, auf territorialer Basis, und besitzt die Rechtspersönlichkeit. Sie verwaltet ihr Vermögen und ihre Interessen mittels ihrer lokalen Vertreter, das Ganze unter der Aufsicht der Zentralregierung.

Jede Gemeinde verfügt über einen Gemeinderat, der von den wahlberechtigten Einwohnern der Gemeinde in direkter Wahl für einen Zeitraum von sechs Jahren gewählt wird.

Die tägliche Verwaltung der Gemeinde wird durch den Bürgermeister, bzw. durch das Bürgermeister- und Schöffenkollegium gewährleistet. Die Mitglieder des Bürgermeister- und Schöffenkollegiums werden innerhalb der Gemeinderatsmitglieder gewählt. Die Beziehungen zwischen dem Bürgermeister- und Schöffenkollegium und dem Gemeinderat entsprechen jenen zwischen der Regierung und der Abgeordnetenkammer auf nationaler Ebene.

Gemeinderat

Der Gemeinderat

  • repräsentiert die Gemeinde;
  • ist zuständig für alles was das Gemeindeinteresse betrifft, sei es die Gemeindegüter, die Einnahmen, die Ausgaben, die zu erledigenden Arbeiten, öffentliche Gemeindegebäude, die Nominierung des Gemeindesekretärs, des Gemeindeeinnehmers, sowie des Gemeindepersonals;
  • beteiligt sich an der Umsetzung des Unterrichtswesens;
  • macht Vorschriften in Bezug auf die interne Verwaltung und die Gemeindepolizei.

Der Bürgermeister leitet die Sitzungen des Gemeinderats sowie die Debatten. Im Falle seiner Abwesenheit ernennt er einen Schöffen, um ihn zu ersetzen.

Die Sitzungen des Gemeinderats sind öffentlich. Zwei Drittel der anwesenden Mitglieder können, aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder großer Unannehmlichkeiten, eine geschlossene Sitzung ausrufen, unter der Bedingung, dass die Gründe dafür in einem Protokoll festgehalten werden.

Bürgermeister- und Schöffenkollegium

Das Bürgermeister- und Schöffenkollegium ist das alltägliche Exekutiv- und Verwaltungsorgan der Gemeinde.

Es übt nicht nur rein kommunale Aufgaben aus, sondern funktioniert auch in einigen Fällen als Organ der Zentralregierung. Als solches ist das Schöffenkollegium dafür zuständig, auf dem Gebiet der Gemeinde die Ausführung der Gesetze und der polizeilichen Vorschriften unter der Aufsicht des Bezirkskommissar auszuführen.

Luxemburg-Stadt steht unter direkter Aufsicht des Innenministers.

Die Bürgermeister werden vom Großherzog ernannt und entlassen. Die Schöffen der Städte werden vom Großherzog ernannt und jene der anderen Gemeinden vom Innenminister.

Als Organ auf Gemeindeebene ist das Bürgermeister- und Schöffenkollegium unter anderem für die Veröffentlichung und Umsetzung der Beschlüsse des Gemeinderates, für die Verwaltung des Vermögens der Gemeinde, die Ausübung der ländlichen Polizei, die Verwaltung von Gemeindearbeiten, usw., zuständig.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 30-07-2018