Die Sprachen des Staates

Verwaltung

Dem Gesetz von 1984 über die Sprachordnung nach, "können die französische, die deutsche und die luxemburgische Sprache" in Justiz- und Verwaltungsbereich gebraucht werden. Der Bürger kann Gesuche an Verwaltungen in einer dieser drei Sprachen verfassen, wobei die Verwaltung „im Rahmen des Möglichen“ verpflichtet ist, in ihrer Antwort die vom Antragsteller gewählte Sprache zu benutzen.

Die Arbeitsweise der luxemburgischen Verwaltung basiert auf einer etablierten Grundlage: das Französische wird als Schriftsprache und das Luxemburgische als gesprochene Sprache bevorzugt (bei der Arbeit und der Kommunikation) .

Die Gesetze werden auf Französisch verfasst mit der wichtigen Folge, dass, rechtlich gesehen, auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung allein das Französische maßgebend ist.

Politik

Parlament

In der Abgeordnetenkammer (Parlament) ist die Sprachgebrauch nicht ausdrücklich geregelt, so dass die Abgeordneten die Sprache ihrer Wahl benutzen können.

Die regulären Debatten werden auf Luxemburgisch abgehalten, während Fragen an die Regierung üblicherweise auf Französisch formuliert werden.

In einigen seltenen Fällen halten die Minister ihre wichtigen Erklärungen auch auf Französisch.

Gemeinderat

Das Wahlgesetz schreibt vor, dass die gebrauchsübliche Sprache im Gemeinderat Luxemburgisch ist. Die Ratsmitglieder können sich zwar auf den sonstigen anerkannten Sprachen des Landes (also Französisch und Deutsch) äußern, allerdings sind weder Simultanübersetzungen noch Übersetzungen schriftlicher Dokumente vorgesehen.

Gerichtswesen

Dem Gesetz von 1984 über die Sprachordnung nach, "können die französische, die deutsche und die luxemburgische Sprache" in Justiz- und Verwaltungsbereich gebraucht werden.

Vor den luxemburgischen Gerichten werden also die drei Sprachen des Landes gebraucht. Die Verhandlungen finden meist auf Französisch oder Luxemburgisch statt. Deutsch wird seltener benutzt.

Traditionsgemäß werden fast alle Gerichtsurteile auf Französisch verfasst. Aber es handelt sich hierbei um eine Tradition, nicht um eine gesetzliche Verpflichtung. Ein Berufungsverfahren kann auf allen Sprachen des Landes beantragt werden. In der Praxis übernehmen die Richter und Staatsanwälte in ihren Texten oft Zitate aus dem Polizeibericht, der meist auf Deutsch verfasst wird. Dies ist vor allem in strafrechtlichen Prozessen der Fall.

Generell hat jeder der bei Gericht vorstellig werden muss, das Recht sich in der Sprache seiner Wahl auszudrücken. Falls der Betroffene keiner der drei Sprachen des Landes mächtig ist, wird ihm ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt. 

  • Letzte Änderung dieser Seite am 27-04-2015