Die Sprachen der Schule

Das luxemburgische Schulsystem legt großen Wert auf Sprachunterricht. Die obligatorisch unterrichteten Sprachen sind Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch. In der Grundschule werden die Schüler auf Deutsch alphabetisiert. Kinder aus nicht-luxemburgischen Familien haben neben der öffentlichen Schule die Möglichkeit eine europäische oder internationale Schule zu besuchen.

Grundschule

Sowohl während der Früherziehung als auch während des zweijährigen obligatorischen Vorschulunterrichts sprechen die Lehrer so viel wie möglich Luxemburgisch mit ihren kleinen Schülern. Ziel ist es, alle Kinder in der Entwicklung ihrer sprachlichen Fähigkeiten zu fördern. Für Kinder ausländischer Herkunft findet der erste Kontakt mit der luxemburgischen Sprache meist in der Schule statt.

Deutsch wird ab einem Alter von 6 Jahren unterrichtet, also ab dem Zyklus 2.1. In Luxemburg werden die Kinder also auf Deutsch alphabetisiert.

Französisch steht ab dem darauffolgenden Jahr, also ab Zyklus 2.2, auf dem Programm. Verkehrssprache im Grundschulunterricht aber ist Deutsch.

Luxemburgs Sprachenvielfalt im Schulunterricht stellt Kinder mit Migrationshintergrund vor besondere Herausforderungen. Das Bildungsministerium bietet eine Vielzahl an Informationsmaterialien zur Einschulung von nicht-luxemburgischen Kindern. In Luxemburg gibt es mehrere europäische und internationale Schulen. In diesen Privatschulen findet der Unterricht hauptsächlich auf Französisch und Englisch statt. Deutsch und Luxemburgisch wird dort allerdings auch unterrichtet.

Der allgemeine Sekundarunterricht

Arbeitssprache während der ersten Jahre des Sekundarunterrichts sowie im technischen Sekundarunterricht ist Deutsch.

Im Sekundarunterricht dominiert ab dem vierten Jahr das Französische als Hauptunterrichtssprache.

Im Laufe der Jahre kommt im Sekundarunterricht sowie im technischen Sekundarunterricht dann auch noch Englisch als obligatorische Fremdsprache hinzu. Schüler des Sekundarunterrichts können eine zusätzliche Sprache lernen. Sie haben dabei die Wahl zwischen Latein, sowie Spanisch und Italienisch.

Während der gesamten Schulzeit macht der Sprachunterricht 50% der Gesamtstundenzahl aller Fächer aus.

Hochschulausbildung

Eines der wichtigsten Aushängeschilder der Universität Luxemburg ist ihr mehrsprachiges Studienangebot. Die Sprachen der Universität sind Französisch, Englisch und Deutsch.

Viele luxemburgische Schüler setzen ihre Ausbildung in deutsch-, französisch- oder englischsprachigen Ländern fort: hier kann theoretisch keine Sprachbarriere sie behindern!

Die Mehrsprachigkeit, Chance oder Risiko?

Für Schüler die im luxemburgischen Bildungssystem erfolgreich sind, ist die Mehrsprachigkeit ohne Zweifel ein bedeutender Vorteil. Andererseits ist die Mehrsprachigkeit aber auch eine Hürde, an der manche Jugendliche scheitern: zeigen sie in einer der Sprachen Schwächen, verschlechtern sich ihre Ausbildungs- und Zukunftsperspektiven. Kinder aus Zuwandererfamilien sind von diesem Problem am härtesten betroffen.

Im Zuge immer steigender Einwanderungszahlenwurde der Beginn der Schulpflicht von fünf auf vier Jahre heruntergesetzt.

Diese Entscheidung hatte zum Ziel, Einwandererkindern die Möglichkeit zu geben, so früh wie möglich mit der luxemburgischen Sprache in Kontakt zu kommen. Das Einführen der (nicht obligatorischen) Früherziehung war eine logische Folge dieser Überlegung.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 30-07-2018