Allerheiligen und Trauliicht

Gedenken an die Heiligen und Vertreiben von Geistern

Der Herbst, die Jahreszeit des Regens, der fallenden Blätter und der immer kürzer werdenden Tage, ist zwar eher eine Zeit der Ruhe (und Gelassenheit) zwischen den schönen, sonnigen Tagen des Sommers und der weihnachtlichen Feiertage, doch zwei Traditionen bringen Leben in die düsteren Tage: Allerhellegen (Allerheiligen) und Trauliicht, die am religiösen Triduum zwischen dem 31. Oktober und dem 2. November begangen werden.

Toussaint - Cimetière
© Roger Nilles / cathol.lu

Allerheiligen am 1. November ist das Fest aller christlichen Heiligen, darunter auch derer, die nicht kanonisiert wurden oder deren Heiligkeit nur Gott allein kennt. Allerseelen findet am nächsten Tag statt und ist allen Verstorbenen gewidmet, die sich nach der katholischen Doktrin im Fegefeuer befinden und noch nicht vollständig den Bund mit Gott eingegangen sind.

Zu diesem Anlass versammeln sich Gläubige und Nicht-Gläubige auf den Friedhöfen, um Ihrer verstorbenen Angehörigen zu gedenken und Blumen und Kerzen abzulegen. Diese Tradition wird häufig von einer religiösen Zeremonie und einer Segnung der Gräber begleitet.

Tatsächlich steht die intro- und retrospektive Art dieser Gedenkfeier in starkem Kontrast zur fröhlicheren, folkloristischen Tradition des Trauliicht, das am Tag vor Allerheiligen begangen wird (und dessen festliche Art vergleichbar mit ähnlichen Festen wie der Día de Muertos in Mexiko ist).

Trauliicht - Lampions
© Tourist Cent ASBL

Trauliicht ist nichts anderes als die lokale Version des bekannten Halloween-Festes, dessen Name von dem Ausdruck All Hallow's Eve stammt und sich auf Allerheiligen bezieht.

Sowohl Trauliicht als auch Halloween gehen auf althergebrachte Feste und Rituale in ganz Europa zurück, die Geister vertreiben und die Menschen vor den Seelen der Verstorbenen oder bösen Geistern schützen sollten, aber auch helfen sollten, die Dunkelheit des nahenden Winters zu überstehen.

Trauliicht ist traditionell eher in den Felsmassiven der Ardennen im Norden des Landes präsent. Dort war das Fest bis in die 1970er Jahre eine gängige Praxis, bevor es in den 1990er Jahren mit dem Aufkommen der "amerikanisierten" Variante Halloween ein allgemeineres Comeback erlebte.

Beide Varianten teilen zwar dieselben Wurzeln, doch Trauliicht bewahrte sich einen traditionelleren und weniger kommerziellen Charakter als sein Pendant aus Übersee. Die typischen Halloween-Kürbisse wiederum werden durch ausgehöhlte Rüben ersetzt, in die man "Grimassen" schnitzt und die man mit Kerzen erhellt. Diese trägt man mit Hilfe von Stöcken durch die Gegend.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 06-12-2018