Filmproduktion

Luxemburg hat seinen Platz in der Welt der audiovisuellen Produktion gefunden, wenn man den zahlreichen Preisen glauben darf, die Luxemburger Filmemachern auf internationalen Festivals bisher gewannen. Lange Zeit beschränkte sich das luxemburgische Kino auf eine Vielzahl von kleinen Dokumentarfilmen und nur einigen wenigen Spielfilmen.

Die 1980er Jahre

Erst gegen Ende der 1980er Jahre hat sich Luxemburg zu einem echten Standort für die Filmproduktion entwickelt, der vom Staat unterstützt und vom Ausland anerkannt wird.

In den 1980er Jahren gab es einige interessanten Versuche Spielfilme zu produzieren. Einige davon hatten beim Publikum großen Erfolg, darunter "Déi zwee vum Bierg" (1984), ein Film über die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges, und "De falschen Hond" (1989). 1987 drehte Andy Bausch "Troublemaker", eine Polizeikomödie, die sofort sehr erfolgreich war und den jungen Schauspieler Thierry van Werveke (1958 - 2009) zu einem nationalen Star gemacht hat.

1989 ist ein Schlüsseljahr für das luxemburgische Kino. Die Regierung entscheidet zum ersten Mal in eine Filmproduktion zu investieren: "Schacko Klak", gedreht von Paul Kieffer und Frank Hoffmann nach einem luxemburgischen Roman von Roger Manderscheid. Aus dieser Erfahrung schlußfolgern die Regierung und die Produzenten, dass es an der Zeit ist, die Produktionsbedingungen zu professionalisieren und den audiovisuellen Bereich weiterzuentwickeln. Mehrere Mechanismen und Finanzhilfen, die internationale Produktionen nach Luxemburg locken sollen, werden eingeführt. Eine unmittelbare Konsequenz davon ist die Etablierung junger luxemburgischer Produzenten und Regisseuren und eine Professionalisierung des Berufes.

Die 1990er Jahre

Im Laufe der 1990er Jahre erlebt das luxemburgische Kino eine extrem schnelle Entwicklung. Da der nationale Markt recht klein ist, beginnen die meisten Firmen sich auf Koproduktionen mit dem Ausland zu konzentrieren.

Dank unterschiedlicher Finanzierungshilfen wurden seit 1988 mehr als 250 Filme (jedes Genres) von nationalen Produzenten in Luxemburg gedreht. Jährlich werden etwa 15 Spielfilme in Luxemburg gedreht, fast alle in Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen.

Seit 1990 habe die Koproduktionen mit ausländischen Filmen in regelmäßigen Abständen internationale Kinostars nach Luxemburg gebracht. John Malkovich, Nathalie Baye, Nicolas Cage, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Philippe Noiret, Patrick Swayze, Joseph Fiennes, Jeremy Irons, Al Pacino, Marianne Faithfull, Scarlett Johannsen, Demi Moore, Michael Caine, Emmanuelle Devos, Isabelle Huppert oder auch Colin Firth haben somit schon ihr Talent auf luxemburgischem Bodem unter Beweis gestellt. Peter Greenaway hat mehrere Filme in Luxemburg gedreht, darunter "The Pillow Book" und "8 1/2 Women".

Und heute?

Luxemburgische Koproduktionen werden regelmäßig auf internationalen Festivals gezeigt, wie zum Beispiel Une liaison pornographique von Frédéric Fonteyne im Jahr 1997, J'ai toujours voulu être une sainte von Geneviève Mersch (2003), Girl with a Pearl Earring von Peter Webber (2003), Irina Palm von Sam Gabarski (2007) oder auch Hannah Arendt (2012) von Margarethe von Trotta. Einige dieser Koproduktionen haben renommierte Preise gewonnen. 2013 gewann der Animationsfilm Ernest und Célestine den César für den besten Animationsfilm. In der Kategorie "Bester Animationsfilm" wurde er sogar 2014 für einen Oscar nominiert. 

Aber es ist der animierte Kurzfilm Mr. Hublot, eine mehrheitlich luxemburgische Koproduktion, der den ersten Oscar des noch sehr jungen luxemburgischen Kinos gewinnt, und dies 2014 in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm.

Die nationale audiovisuelle Produktion beschäftigt etwa 600 Personen, die diese Tätigkeit hauptberuflich ausüben, darunter etwa 20 Regisseure, sowie Produzenten, Künstler, Techniker, ... Daneben gibt es etwa 20 Produktionsgesellschaften, von denen ein halbes Dutzend regelmässig Spielfilme produziert, sowie Animations-Studios und etwa 30 spezialisierte Dienstleister.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 30-07-2018