Eisen- und Stahlindustrie

Luxemburg verdankt seinen Reichtum der mächtigen Eisen- und Stahlindustrie, die ihre Glanzzeit Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte. Seit der Stahlkrise in den 70er Jahren gilt die Eisen- und Stahlindustrie nicht mehr als Zugpferd der luxemburgischen Wirtschaft.

Trotzdem haben mehrere weltweit operierende Stahlunternehmen ihren Sitz in Luxemburg: ArcelorMittal, weltweit größter Stahlproduzent, Aperam, weltweit größter Edelstahlproduzent, und Paul Wurth, einer der weltweiten Marktführer im Bereich der Planung und Umsetzung von mechanischen Ausrüstungen und Systemen sowie Verfahren für Hochöfen.

Die Anfänge der luxemburgischen Industrie, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen, sind vor allem von der Eisen- und Stahlindustrie geprägt. Luxemburg verdankt seinen Reichtum größtenteils der Entdeckung von Eisenerz im Süden des Landes durch die Ende des 19. Jahrhunderts eine mächtige Eisen- und Stahlindustrie entstanden ist. Dieser Erfolg ist untrennbar mit der ARBED verbunden.

Die Eisen- und Stahlindustrie war lange Zeit das Zugpferd der luxemburgischen Wirtschaft, musste diese Rolle aber nach der Stahlkrise in den 70er Jahren abgeben. Die Zahlen sprechen für sich:

  • 1960 erwirtschaftete die Eisen- und Stahlindustrie 31 % des nationalen BIP;
  • 1974, dem letzten der „dreißig glorreichen Jahre” (1945-1975), beschäftigte sie etwa 25.000 Personen, was 16 % der nationalen Beschäftigungsquote ausmachte.

Mit der ersten Ölkrise von 1973 und ihren Folgen für die europäische Eisen-und Stahlindustrie wurde die Vorherrschaft dieses Stützpfeilers der luxemburgischen Wirtschaft jedoch ernsthaft in Frage gestellt. Die Eisen- und Stahlindustrie konnte nur dank tiefgehender staatlicher Umstrukturierungen, und insbesondere dank der Einführung von Investitionsbeihilfen, gerettet werden. Der letzte Hochofen des Landes erlosch im Jahr 1997 mit dem Übergang vom Hochofen- zum Elektrostahlverfahren.

2002 fusionierte die ARBED (Aciéries réunies de Burbach, Eich, Dudelange, Vereinigte Stahlwerke von Burbach, Eich, Düdelingen), der luxemburgische „Stahlriese”, mit den zwei Stahlkonzernen Usinor und Aceralia zu Arcelor, dem weltweit größten Stahlproduzenten. Durch die Fusion zwischen Arcelor und Mittal Steel im Jahr 2006 entstand der ArcelorMittal-Konzern, der im Stahlsektor weltweit auf Platz eins rangiert und seinen Gesellschaftssitz in Luxemburg hat. ArcelorMittal ist in mehr als 20 Ländern auf 4 Kontinenten vertreten. In Luxemburg betreibt der Konzern 11 Produktionsstandorte. Seit Anfang 2011 ist die Edelstahlabteilung von ArcelorMittal als selbstständige Gesellschaft unter dem Namen Aperam tätig. Die Gesellschaft ist einer der weltweiten Marktführer im Bereich des Edelstahls und hat ihren Sitz in Luxemburg.

Auch die Gesellschaft Paul Wurth, einer der weltweiten Marktführer im Bereich der Planung und Umsetzung von mechanischen Ausrüstungen und Systemen und Verfahren für Hochöfen, hat ihren Sitz in Luxemburg

  • Letzte Änderung dieser Seite am 21-03-2018