„Produits du terroir“ – Luxemburgs Lokalerzeugnisse

Weinlese 2019 an der luxemburgischen Mosel

Eine vielversprechende Bilanz trotz Klimaschwankungen

31-vendangesDas Jahr 2019 war nicht nach dem Geschmack der luxemburgischen Winzer: der Frost im Mai und die Hitzewelle im Juli haben die Reben leiden lassen, und die Weinlese 2019 dürfte schwierig werden. Trotz dieser Wetterkapriolen und mengenmäßiger Verluste erwarten die luxemburgischen Winzer als Ergebnis ihres Know-how einen ausgezeichneten Wein. Serge Fischer, Abteilungsleiter am Weinbauinstitut (Institut viti-vinicole, IVV), verweist auf die Bemühungen, die zwecks Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels unternommen werden, um zu erläutern, dass der Einfluss des Wetters auf die Weinlese weiterhin begrenzt ist.

Das Wetter war in diesem Jahr ein Thema, über das ständig diskutiert wurde. Wie haben die Winzer dies wahrgenommen?

Die Winzer haben unter den Klimaschwankungen in diesem Jahr gelitten. Der Frühlingsfrost im Mai hat den Reben schwer zugesetzt. Anschließend hat die Trockenheit die jungen Anpflanzungen hart getroffen. Schließlich hat die außergewöhnliche Sonneneinstrahlung während der Hitzewelle im Juli die Weinbeeren verbrannt, die nicht durch Blätter geschützt waren. Glücklicherweise haben sich die verbleibenden Trauben hervorragend entwickelt und sind gut ausgereift.

Werden sich die luxemburgischen Winzer dem Klimawandel anpassen müssen?

Der Klimawandel beeinträchtigt den Weinbausektor stark. Vor allem die Klimaschwankungen, deren Ausmaß mit dem Klimawandel zunimmt, bedürfen einer Anpassung des Weinbaus. Beispielsweise beginnen die Fachleute aus der Weinbranche mit dem Anbau von ausgewählten Rebsorten, die für Fäulnis weniger anfällig sind.  

Die Erderwärmung hat für den Weinsektor dennoch eine positive Seite. Früher waren Jahre normal, in denen die Trauben nicht ausgereift sind. Es ist jedoch festzustellen, dass solche Jahrgänge nicht mehr bekannt sind; das letzte "schlechte Jahr" geht auf 1984 zurück.

Was sind die Konsequenzen für die Weinlese 2019?

Die Weinlese wird in den vom Frost betroffenen Weinanbaugebieten und in den Parzellen, die der Dürre (Sonnenbrände) ausgesetzt waren, schwierig werden. In den vom Frost betroffenen Parzellen zeigen die Trauben eine differenzierte Entwicklung, die zu unterschiedlichen Reifestadien führte, was manchmal eine Ernte in zwei Durchgängen impliziert. Die Dürre hat zu einer Vertrocknung der betroffenen Weinbeeren geführt. Hier ist ebenfalls eine Sortierung erforderlich, damit nur gesunde Beeren geerntet werden.

Wird es auch Auswirkungen auf die Qualität des Weins geben?

Sofern in den Parzellen eine Aussortierung vorgenommen wird, werden sich die Klimaschwankungen nicht negativ auf die Qualität auswirken. Die restlichen Trauben sind von ausgezeichneter Qualität.

Welche Rebsorten sind an der luxemburgischen Mosel am beliebtesten?

Die beliebteste Rebsorte ist immer noch Rivaner mit einer Anbauquote von 23% unserer 1.300 Hektar an moselländischen Weinbergen. Aber seine vereinnahmte Fläche schrumpft seit Jahren zugunsten sogenannter burgundischer Rebsorten (Pinot noir, Pinot gris, Pinot blanc, Chardonnay, Auxerrois), die zunehmend für die Herstellung des Crémant de Luxembourg verarbeitet werden. Von diesen Rebsorten erfreuen sich insbesondere der Pinot noir und der Pinot gris zunehmender Beliebtheit. Ihre Anbaufläche hat sich innerhalb von 20 Jahren von 221 ha auf 327 ha vergrößert.

Wann werden unsere Leser die ersten Proben der diesjährigen Weinlese verkosten können?

Der erste Wein wird als aus den Rebsorten Pinot noir und Auxerrois verarbeiteter junger Wein (Primeur) im November erhältlich sein.  Auf alle anderen Rebsorten des Jahrgangs 2019 werden Sie auf dem Weinmarkt im April in Grevenmacher treffen können. Nicht zu vergessen ist der Federweißer (Fiederwäissen), der bei den Winzern während der Weinlese erhältlich ist.

(Gespräch geführt von der Redaktion von www.luxembourg.lu)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 02-10-2019