Beschäftigung und Arbeit

Arbeitszeit in Luxemburg: auf der Suche nach der richtigen Balance

Der 9. Mai wurde für alle Erwerbstätigen in Luxemburg zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

05-temps-travailAm 27. März hat die Abgeordnetenkammer die Erhöhung des bezahlten gesetzlichen Mindestjahresurlaubs von 25 auf nunmehr 26 Tage und die Erklärung des 9. Mai (Europatag) zum gesetzlichen Feiertag einstimmig verabschiedet. In einem Land, in dem die effektive Arbeitszeit eines Vollzeitarbeitnehmers durchschnittlich 1.700 Stunden pro Jahr beträgt, zeigt sich die Regierung entschlossen, den Arbeitnehmern die Möglichkeit zu bieten, ihr Familien- und Arbeitsleben besser in Einklang zu bringen.

1.701 Arbeitsstunden und Zunahme der Teilzeit

Gemäß der alle vier Jahre vom STATEC in Luxemburg durchgeführten Umfrage zu den Beschäftigungskosten beträgt die effektive Arbeitszeit eines Vollzeitarbeitnehmers durchschnittlich 1.701 Stunden pro Jahr. Im Vergleich mit Frankreich (1.544 Stunden) und Belgien (1.495 Stunden) ist diese Arbeitszeit in allen Sektoren höher, entspricht aber dem Durchschnitt von 1.700 Stunden innerhalb der Europäischen Union.

Angesichts dieses Engagements möchten der Staat und die Arbeitgeber es den Arbeitnehmern ebenfalls ermöglichen, ihr Familien- und Arbeitsleben besser miteinander zu vereinbaren. Mit der jüngsten Erhöhung des bezahlten Mindestjahresurlaubs auf 26 Tage überschreitet Luxemburg den europäischen Durchschnitt von 23 Tagen. Auch die Zahl der Teilzeitangestellten ist von 13,2 % im Jahr 2008 auf 18,3 % im Jahr 2016 gestiegen. Insbesondere in großen Unternehmen nehmen diese neuen Arbeitsorganisationsformen zu und ermöglichen eine Verbesserung der Work-Life-Balance.

Hohe durchschnittliche Arbeitskosten pro Stunde in Luxemburg

Im Rahmen der Umfrage zu den Beschäftigungskosten geht es auch um die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde. Mit 39 Euro ist der luxemburgische Stundensatz gegenüber dem europäischen Durchschnitt (26 Euro) und demjenigen der Eurozone (30 Euro) weiterhin hoch. Innerhalb der Europäischen Union weist allein Dänemark einen höheren Stundensatz als Luxemburg auf.

Die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde resultieren größtenteils aus der luxemburgischen Beschäftigungsstruktur, die eher auf Dienstleistungen mit hohem Mehrwert fokussiert ist. Die Finanz- und Versicherungstätigkeiten mit einem durchschnittlichen Stundensatz von 71 Euro und das Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Stundensatz von 39 Euro sind die Kernbereiche, die einen schnellen Anstieg der jährlichen Wachstumsrate um 2,3 % im Zeitraum von 2012-2016 erklären.

Geringe indirekte Kosten zulasten der Arbeitgeber

Der Stundensatz ist zwar höher als anderswo, aber Luxemburg gleicht dies durch die indirekten Kosten wieder aus, die sich vorwiegend aus den Sozialbeiträgen zulasten des Arbeitgebers zusammensetzen. Das Großherzogtum ist weiterhin eines der Länder in der Europäischen Union, wo diese Kosten am geringsten sind: 13 % gegenüber durchschnittlich 22 %. Ein Trumpf, der es den Arbeitgeber ermöglichen sollte, weiterhin wettbewerbsfähig zu sein, während insbesondere im Finanzsektor sowie in der Verwaltung und den damit verbundenen Dienstleistungen hohe Gehälter gezahlt werden.

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von luxembourg.lu verfasst)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 10-04-2019