Sport

Motorsport in Luxemburg

Entdecken Sie mit uns die verschiedenen Facetten des Motorsports im Großherzogtum und über die Landesgrenzen hinaus!
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Obwohl der Motorsport in Luxemburg zu den beliebtesten internationalen Sportarten zählt, mag die luxemburgische Szene im Vergleich zu den Nachbarländern auf den ersten Blick klein erscheinen. Aber trotz wenig Personals (siehe Interview am Seitenende) ist sie mit einer unerschütterlichen Fangemeinde in den verschiedenen nationalen und internationalen Sportarten dynamisch, und der rote Löwe ist in der großen globalen Familie des Motorsports fast überall zu finden. Erinnert sei in diesem Zusammenhang beispielsweise an die internationalen Erfolge des jungen Dylan Pereira, das Engagement der Gesellschaft Genii in der Formel 1, die Hingabe der Familie Hauser in der nationalen und internationalen Szene, das Sponsoring von Leopard Racing oder zudem auf nationaler und regionaler Ebene die Arbeit der Vereinigungen ACL (Automobile) und MUL (Motorräder) mit ihren Rennställen und dazugehörigen Klubs.

Eine aktive luxemburgische Szene im Großherzogtum und über die Landesgrenzen hinaus

Masters

Luxemburg verfügt mit dem nunmehr traditionellen Bergrennen von Eschdorf, das seit 1912 stattfindet, über eine reiche Tradition im Motorsport. Seitdem werden landesweit regelmäßig Sportveranstaltungen aller Art organisiert. Mit zwei weltweit bekannten Rennstrecken vor seinen Türen (dem Nürburgring und der Rennstrecke von Spa-Francorchamps) hat Luxemburg mit dem Circuit Goodyear in Colmar-Berg ebenfalls seine eigene permanente Rennstrecke. Die zunächst als Teststrecke für Produkte des Goodyear-Konzerns genutzte Strecke dient ebenfalls für zahlreiche regionale und internationale Rennen.

Der Automobilclub des Großherzogtums Luxemburg (Automobile Club de Luxembourg - ACL) veranstaltet die nationalen Meisterschaften in Sachen Bergrennen, Rallyes, Rennstrecken, Slaloms und Karting. Hinzu kommen die von den Klubs und Vereinigungen organisierten regionalen Rennen wie die luxemburgische Stock-Car-Meisterschaft.

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Das Bergrennen (European Hill Race) von Eschdorf vereinnahmt für ein verlängertes Wochenende (Pfingstwochenende) die kurvenreichen Straßen der Nationalstraße RN12 und lockt die Stars der Szene mit ihren Einsitzer-, Sport- und Tourenwagen an. Die luxemburgischen Fahrer glänzten bereits andernorts auf internationaler Ebene, indem sie den Nationen Cup bei den FIA Hill Climb Masters 2018 in Gubbio (Italien) vor dem italienischen Team auf dessen heimischem Boden gewannen.

Die Rallye Lëtzebuerg findet rund um Hosingen in den Ardennen statt und dient als Treffpunkt für eine große Anzahl an Teilnehmern aus der Großregion und darüber hinaus.

Luxemburg hat auch seine Motocross-Meisterschaft und ein eigenes Motocross-Nationalzentrum in Bockholtz-Goesdorf.

Die Umweltfrage: Herausforderungen und Antworten

Allgemein steht der Motorsport einem äußerst wichtigen Thema gegenüber, nämlich dem Klimawandel und der Sensibilisierung für Umweltbelange. Der Sport und seine Vereinigungen sehen diesen Herausforderungen mit Aktionen der FIA und der FIM zugunsten der Umwelt und der Einführung von Verordnungen zur Förderung der Kraftstoffeinsparung und des Hybridantriebs (F1, Le Mans,...), aber vor allem durch die Veranstaltung von 100 % elektrischen Wettbewerben (Formel E, MotoE) nicht einfach tatenlos zu.

Mit der produktiven Aktion der Luxemburger in allen Kategorien des Motorsports weltweit bleibt es abzuwarten, ob sich das Großherzogtum in diesen Vorreiterkategorien engagieren wird.

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von www.luxembourg.lu verfasst - Fotos: ACL / Henri Schwirtz)

3 Fragen an ...

Andy Mathekowitsch, Sportdirektor des ACL

Der luxemburgische Motorsport weist eine schöne Auswahl von Rennen und einen Zeitplan mit zahlreichen Highlights auf. Wie sehen Sie die Zukunft des Sports in Luxemburg?

Die Aktivitäten in Luxemburg in Sachen Sportwettkämpfe hängen stark von der Anzahl der Organisatoren und Freiwilligen ab, die derzeit leider nicht sonderlich gut vertreten sind. Angesichts dieses Mangels an Freiwilligen, von dem übrigens auch andere Sportarten in Luxemburg betroffen sind, verhandeln wir gerade mit dem einen oder anderen ausländischen Organisator, um zukünftig mit mehr Sportwettkämpfen in Luxemburg aufwarten zu können.

Sehen Sie Chancen für die jungen luxemburgischen Rennfahrer, um in den großen internationalen Serien vorwärts zu kommen?

Viele unserer jungen Sportler zeigen bereits jetzt regelmäßig ausgezeichnete Leistungen auf internationaler Ebene wie beispielsweise Dylan Pereira (Rennstrecke), Gil Linster (Rennstrecke), Kevin Peters (Autocross) oder aber Grégoire Munster (Rallye). Man darf dem gegenüber aber nicht vergessen, dass ab einem bestimmten Wettbewerbsniveau der Motorsport noch viel höhere Budgets verlangt, die demnach oft eine unüberwindliche Hürde darstellen. Angesichts der vielversprechenden Ergebnisse des jungen Kart-Fahrers Maxime Furon-Castelain (11 Jahre) könnte dieser, wenn er seinen Weg weitergeht, einer der neuen Stars im luxemburgischen Motorsport werden.

Wie kann der luxemburgische Motorsport die Herausforderungen des Klimawandels meistern? Wie wahrscheinlich ist ein luxemburgisches Engagement in der Formel E oder sogar ein E-Prix in Luxemburg?

Der Klimawandel ist ganz klar ein Thema, das uns betrifft und beschäftigt. In diesem Zusammenhang haben wir beispielsweise bereits die Möglichkeit bewertet, ein Projekt für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren mit elektrischen Karts durchzuführen. Der Stand der Technik (geringe Reichweite und Ladezeit der Batterien, kaum praktische Anwendung von Ersatzbatterien) hatte uns jedoch gezwungen, dieses Projekt damals aufzugeben. Heute könnte ein "Quick Exchange"-System dagegen einen sehr viel schnelleren Austausch der Batterien innerhalb weniger Sekunden ermöglichen.

Was einen etwaigen E-Prix in der Formel E in Luxemburg anbelangt, wäre dies natürlich eine ausgezeichnete Werbung für unseren Sport und das Großherzogtum. Wir haben in der Vergangenheit in der Tat Anfragen von einer Vereinigung erhalten, die Interesse an der Veranstaltung eines solchen E-Prix zeigen würde, aber angesichts des notwendigen finanziellen Budgets von 12 bis 15 Millionen Euro konnte diese Vereinigung dieses Projekt leider nicht fortführen. Wenn eines Tages jemand mit den notwendigen Budgets ankäme, wäre grundsätzlich alles in Betracht zu ziehen.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 14-01-2019