Wirtschaft

Wettbewerbsbilanz 2018: Standhaftigkeit in turbulenten Zeiten

Laut der 2018er Ausgabe der nationalen Wettbewerbsbilanz gehört Luxemburg zu den leistungsstarken Ländern und belegt Rang 9 innerhalb der Europäischen Union.

21-competitivite-2Die Beobachtungsstelle für Wettbewerbsfähigkeit (Observatoire de la compétitivité, ODC) veröffentlichte jüngst die 2018er Ausgabe ihrer Übersicht über die Leistungsfähigkeit der EU-Staaten, die Wettbewerbsbilanz 2018. Diese luxemburgische Benchmark analysiert und vergleicht im Einzelnen 68 verschiedene Indikatoren, die unter den Themenbereichen „Wirtschaft“, „Soziales“ und „Umwelt“ zusammengefasst werden. Im allgemeinen Ranking liegt das Großherzogtum in der EU auf Rang 9 und sichert somit seine Position unter den „leistungsstarken“ Ländern.

Thema "Wirtschaft": eine gemischte Bilanz

Was das Thema „Wirtschaft“ anbelangt, zu dem 25 Indikatoren wie die Stabilität, Attraktivität und Kostenwettbewerbsfähigkeit eines Landes zählen, liegt Luxemburg auf Rang 11 innerhalb der Europäischen Union, hinter den Niederlanden (3.) und Deutschland (6.), jedoch vor Belgien (14.) und Frankreich (16.). An der Spitze dieses Rankings liegt Irland, gefolgt von Schweden.

Das Großherzogtum weist eine gemischte Wirtschaftsbilanz auf: Einerseits gilt Luxemburg als Musterschüler, was den Indikator „BIP pro geleisteter Arbeitsstunde“ anbelangt und belegt Platz 2 bei den Indikatoren „Inflationsrate“ und „öffentliche Schuld“; andererseits liegt das Land dreimal auf dem letzten Platz, und zwar was die „durchschnittliche jährliche Veränderungsrate der globalen Produktivität der Faktoren“, die „Rentabilität von nicht-finanziellen Gesellschaften“ und den „Anteil der Beschäftigung in verarbeitenden Hoch- und Mitteltechnologiesektoren“ angeht.

Thema „Soziales“: Spitzengruppe

Beim Thema „Soziales“ belegt das Großherzogtum Rang 4 und zählt unter anderem gemeinsam mit Slowenien (1.), der Tschechischen Republik (2.) und Malta (3.) demnach zur Spitzengruppe (Leistungsfähigkeit über 115 % des EU-Durchschnitts). Unsere Nachbarländer sind auf den Plätzen 9 (Belgien), 14 (Deutschland) und 17 (Frankreich) vertreten. Die Niederlande liegen auf Platz 11.

Bei den Indikatoren „Durchschnittseinkommen laut Kaufkraftstandards“ und „Nettowohlstand pro Haushaltglänzt Luxemburg gegenüber seiner europäischen Konkurrenz und belegt Rang 1. Andere Stärken des Großherzogtums liegen in einer niedrigen Jugendarbeitslosigkeit (5,9 %), dem Lohngefälle zwischen Männern und Frauen (5,5 %) oder einer nahezu nicht vorhandenen materiellen Entbehrung (1,17 %). 

Thema „Umwelt“: stabile Leistung

In der 2018er Ausgabe der Wettbewerbsbilanz entspricht das Ergebnis Luxemburgs im Bereich Umwelt demjenigen der Vorjahresausgabe, und das Großherzogtum zählt mit Rang 14 zu den leistungsstarken Ländern. Im Allgemeinen weist diese Kategorie von einem Jahr zum nächsten kaum Veränderungen auf. An der Spitze dieses Rankings liegen das Vereinigte Königreich, Spanien und Kroatien. Die Niederlande belegen Platz 6, Frankreich Platz 11, Deutschland Platz 15 und Belgien Platz 21.

Die Stärken Luxemburgs im Umweltbereich liegen laut der Bilanz in seinen „Gesamtaufwendungen für den Umweltschutz“ (1.), seinem Ergebnis für den „Ecoinnovation Index“ (3.) oder der „Belastung der städtischen Bevölkerung durch Luftverschmutzung (Urban population exposure to air pollution)“. In Sachen erneuerbare Energien befindet sich Luxemburg jedoch lediglich auf dem vorletzten Platz.

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Wirtschaftliche Diversifizierung und prioritäre Sektoren

Der 2018er Bericht über die Wettbewerbsfähigkeit zieht ebenfalls Bilanz über die wirtschaftliche Diversifizierung und die prioritären Sektoren von Luxemburg. Die ausgesprochene Abhängigkeit Luxemburgs von seinem Finanzsektor, der allein für 26,5 % des BIP verantwortlich ist, gilt im Allgemeinen als potenzielle Gefahr für die Wirtschaft. Zwecks Behebung dieses Diversifizierungsdefizits hat die luxemburgische Regierung aktiv die wirtschaftliche Entwicklung von fünf neuen prioritären Sektoren festgelegt und fördert diese: Informations- und Kommunikationstechnologien, Logistik, Gesundheitswissenschaften und -technologien, Ökotechnologien und Raumfahrttechnologien.

Laut dem Bericht machten diese prioritären Sektoren im Jahr 2016 9,6 % der Bruttowertschöpfung des Landes, 31.000 Arbeitsplätze und 3.047 Unternehmen aus. Der IKT-Sektor repräsentiert bei weitem den höchsten Anteil an der Wertschöpfung und den Arbeitsplätzen. Während das Wachstum in diesen verschiedenen Sektoren variiert, wird insgesamt eine positive Entwicklung der Leistungen dieser fünf prioritären Sektoren seit mehreren Jahren unterstützt.

Internationale Benchmarks und Rankings

Die Wettbewerbsbilanz 2018 analysiert und überwacht andere internationale Benchmarks und Rankings. Die ODC verfolgt unter anderem sehr genau die Jahresberichte des Weltwirtschaftsforums, des Institute for Management Development (IMD), der Heritage Foundation und der Europäischen Kommission. Laut der Bilanz befindet sich Luxemburg bei der überwiegenden Mehrheit der analysierten Benchmarks auf EU-Ebene unter den Top 10, womit das Ergebnis der nationalen Übersicht für die Wettbewerbsfähigkeit 2018 bestätigt wird.

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von luxembourg.lu verfasst)
  • Letzte Änderung dieser Seite am 03-12-2018