Umwelt

Das Land der Roten Erde auf dem Weg zur Unesco

Die im Süden Luxemburgs gelegene Region möchte in das Weltnetz der Biosphärenreservate der Unesco aufgenommen werden.

13-biosphereDie Eisen- und Stahlindustrie ist in der Topographie des Minettebeckens noch allgegenwärtig. Nach Einstellung des Bergwerksbetriebs haben die Natur und die Vegetation wieder die Oberhand gewonnen und es sind neue Naturräume entstanden. Um diese Naturschutzgebiete zu erhalten, beabsichtigt das Großherzogtum, in das MAB-Programm (Man and the Biosphere Programme) der Unesco aufgenommen zu werden. Die Bewerbung bezieht sich insbesondere auf die Naturschutzgebiete im Süden des Landes.

Eine Biosphäre in einem ehemaligen Stahlindustriegebiet

Es wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die erforderlichen Schritte und die Bewerbung vorzubereiten, die die Einstufung der Südregion als "Biosphärenreservat" ermöglichen würde. Das Naturschutzgebiet Haard, das seit 1994 als "Schutzgebiet" gilt, ist Teil eines 600 Hektar großen Naturparks auf dem Gebiet der Gemeinden Dudelange, Kayl und Rumelange.

Ein weiteres, von den Besuchern sehr geschätztes Naturschutzgebiet ist der Wanderweg Giele Botter in den Gemeinden Differdange und Pétange. Dieser Rundweg führt durch ein ehemaliges Tagebaugebiet. Der ehemals durch die rote Erde der Minette geprägte Standort zeichnet sich heute durch seine Vegetation, eine Vielzahl an Biotopen, ein Feuchtgebiet, Tümpel sowie eine große Vielfalt an Schmetterlingen und Orchideenarten aus. 

Laut Guy Arendt, Staatssekretär für Kultur, könnte der in Differdange geplante Windpark Teil dieses Biosphärenreservats werden, da es sich um eine nachhaltige, erneuerbare Energiequelle handelt.

Die Zusammenstellung der Unterlagen wird in Kürze abgeschlossen sein.

In den kommenden Monaten muss die Arbeitsgruppe die Rolle der verschiedenen Gebiete bestimmen, einschließlich der Frage, wie das geschützte Ökosystem zum Landschafts- und Artenschutz beiträgt und wie das Gebiet die in der Region lebenden Menschen einbezieht, um die Bedingungen des MAB-Programms der Unesco - Der Mensch und die Biosphäre zu erfüllen.

Darüber hinaus wird die Arbeitsgruppe eine Reihe von Foren und Gesprächsrunden zwecks Bürgerbeteiligung organisieren. Die endgültige Bewerbung wird anschließend 2019 in Paris eingereicht.

Derzeit gibt es 669 Biosphärenreservate in 120 Ländern, davon 20 grenzüberschreitende Gebiete. Die neuen Reservate werden jedes Jahr vom internationalen Koordinierungsrat des Programms, der aus gewählten Vertretern aus 34 Unesco-Mitgliedstaaten besteht, ausgewählt.

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von luxembourg.lu verfasst / Quelle: Unesco)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 17-04-2018