Finanzen

Jahresbericht 2016 der CSSF

Mehr Mitarbeiter, mehr Kontrollen und ein günstigerer Rechtsrahmen

Rapport annuel 2016 de la CSSFIn ihrem Jahresbericht 2016 bekräftigt die Aufsichtskommission des Finanzsektors (CSSF), die "Polizei" des luxemburgischen Finanzplatzes, ihre regulierende und kontrollierende Rolle und zieht eine positive Bilanz des Sektors. Seitens der Aktivitäten des Finanzsektors bleiben die generierten Einkommen und verwalteten Vermögen hoch, während im Bereich Überwachung die Höhe der Geldstrafen mit 1.330.950 Euro im Jahr 2016 stabil blieb, obwohl die Zahl der Mitarbeiter und die Zahl der Kontrollen vor Ort stark erhöht wurden.

Die CSSF erfüllt ihre regulatorische Rolle

Tatsächlich wurden 2016 72 neue Mitarbeiter eingestellt und 2017 folgen weitere. Im Dezember 2016 betrug der Personalbestand der CSSF somit 674 Mitarbeiter (+7,32 %), und diese hatten 273 Kontrollen durchgeführt, im Vergleich zu nur 185 im Jahr 2015. Ganze 139 Kontrollen wurden vor Ort durchgeführt – Zahlen, die den Willen der CSSF bekräftigen, weiter wachsam zu bleiben und ihre Position als Regulator im ständig wachsenden luxemburgischen Finanzsektor zu festigen.

Modernisierung des Finanzplatzes

Laut der CSSF kann sich der luxemburgische Finanzplatz einer steigenden Bilanzsumme der Banken erfreuen: Im Vergleich zu 2015 stieg diese Summe um 27 Milliarden Euro auf 770 Milliarden im Jahr 2016 an. Dasselbe gilt für das Bankergebnis vor Rückstellungen und die verwalteten Vermögen der OGAs (Organismen für gemeinsame Anlagen). Dies zeichnet das Bild eines gesunden Finanzplatzes im Aufschwung, der trotz historisch niedriger Zinssätze und des bestehenden und zukünftigen Drucks auf die Rentabilität der Akteure der Finanzindustrie Investoren und Finanzinstitutionen anzieht.

Diese Entwicklung wird sicherlich von der konsequenten Modernisierung des gesetzlichen und regulatorischen Rahmens in Luxemburg durch die Regierung gestützt. So begannen 2016 die Konsultationen zur Änderung des Gesetzes zum Berufsgeheimnis im Finanzsektor. Außerdem stellte die CSSF eine Arbeitsgruppe zusammen, die prüfen soll, ob der aktuelle regulatorische Rahmen die Bedürfnisse neuer Technologien wie der distributed ledger technology erfüllt.

Der Brexit - eine Chance für Luxemburg

Wie steht es eigentlich mit dem Brexit? Das Ergebnis des Referendums vom 23. Juni 2016 erschütterte den europäischen Finanzmarkt, doch der Brexit könnte sich für Luxemburg als nützlich erweisen. Denn das Land macht sich bereit, Firmen und Institutionen aufzunehmen, die Großbritannien verlassen werden, um sich in der Europäischen Union anzusiedeln. Die CSSF wiederum "nimmt" laut ihrem Bericht "diese Anfragen positiv auf, sofern die Entitäten in Luxemburg über ausreichend Substanz verfügen und somit die Anforderungen der Gemeinschaft erfüllen und nicht fast ihre gesamte Tätigkeit nach Großbritannien delegieren oder vergeben, wodurch juristische Personen bar jeder wirtschaftlichen Substanz einen europäischen Pass gewährt bekämen".

Die CSSF bleibt also optimistisch, nachdem das Jahr 2016 in einem schwierigen internationalen Kontext begonnen hatte, sich aber verbesserte. Am 31. Dezember 2016 waren 141 Banken in Luxemburg registriert und der Finanzsektor beschäftigte 26.060 Personen.

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von www.luxembourg.lu verfasst)
  • Letzte Änderung dieser Seite am 12-09-2017