Feste und Traditionen

Der Léiffrawëschdag ist am 15. August

Ein christliches Fest und eine luxemburgische Tradition

Un Wësch somptueux devant les portes d'une égliseAm 15. August ist Mariä Himmelfahrt in Luxemburg. Laut der christlichen Tradition wurde die Jungfrau Maria an jenem Tag in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen, weshalb der Tag auf Luxemburgisch auch Maria klamm op heißt, was übersetzt "Maria steigt auf" bedeutet, oder Mariä Himmelfaart, ein synonymer Begriff, der aus dem Deutschen entlehnt wurde.

Der Tag ist in Luxemburg auch unter den Namen Léiffrawëschdag, Léiffrakrautdag oder Krautwëschdag bekannt, ein Erntefest, dessen Ursprünge in vorchristliche Zeiten reichen. Es handelt sich nämlich um die Segnung eines Wësch, eines Büschels aus verschiedenen Kräutern.

Heute wird die traditionelle Segnung nur noch in wenigen Ortschaften des Landes praktiziert, insbesondere in Greiveldingen, einem kleinen malerischen Moseldorf.

Léiffrawëschdag in Greiveldingen

Am 15. August verwandelt sich Greiveldingen in einen großes Festplatz, auf dem sich Besucher der ganzen Region bei einem Gläschen Wein treffen. Die Festlichkeiten, die die a.s.b.l. Greiweldenger Leit organisiert, bieten den Besuchern einen abwechslungsreichen Rahmen. Nach einer Messe, bei der das Wësch gesegnet wird, lädt ein Konzert der Band Crazy Cube die Besucher zum Aperitif ein. Anschließend steht Lëtzeborger Kascht, also luxemburgische Gerichte, auf dem Menü. Natürlich dürfen da auch luxemburgischer Wein und Schaumwein der örtlichen Weingüter und Winzer nicht fehlen.

Zahlreiche Animationen und Musikgruppen, Spiele und Handwerksarbeiten von früher sowie eine gute Portion nationale und internationale Folklore sorgen garantiert für gute Stimmung. Der alljährliche Markt mit Produkten aus der Region ist auch schon fast zur Tradition geworden. Um 17:00 Uhr treten dann die Unterhaltungskünstler Rol Girres und Marion Welter auf und spielen Tanzmusik für Einheimische und Besucher. Und all das kostenlos!

Der Ursprung dieser Tradition

Bei der bereits im 6. Jahrhundert n. Chr. schriftlich belegten Krautweihe war es Sitte, dass der Priester verschiedene, zu einem Büschel (Wësch) zusammengebundene Kräuter segnete, nachdem die Gläubigen sie zu diesem Zweck in die Kirche gebracht hatten. Einstmals war die Zahl dieser Kräuter auf weniger als ein Dutzend begrenzt. Mit der Zeit jedoch wurden immer mehr Pflanzen im Büschel geduldet, sofern sie – angeblich oder tatsächlich – heilkräftige Eigenschaften besaßen und einen scharfen Geruch verströmten. Nachdem die heilige Maria 1678 zur Schutzpatronin des Landes erkoren worden war, verband man die Kräutersegnung zudem mit einer Muttergottesprozession.

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von luxembourg.lu verfasst)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 14-08-2017