Tourismus

Die Bockkasematten öffnen ihre Pforten

Im vergangenen Jahr haben rund 125.000 Personen die Kasematten besucht.

CasematesDie Öffnung der Bockkasematten läutet traditionell den Beginn der Touristensaison ein. Seit vergangenem Samstag haben die Kasematten ihre Pforten wieder geöffnet. Diese unterirdischen, in den Bockfelsen gehauenen Tunnel, die zu dem Unesco-Welterben gehören, zeugen von der Vergangenheit der ehemaligen Festungsstadt. Im vergangenen Jahr haben rund 125.000 Personen diesen weltweit einzigartigen Tunnelbau, der übrigens auch eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Luxemburgs darstellt, besichtigt. Von April bis September finden dreimal täglich geführte Besichtigungen statt. 

Gleich am Eingang der Kasematten wird der Besucher anhand von Modellen in die Geschichte Luxemburgs eingeführt. Im Jahr 963 erwarb der Ardenner Graf Siegfried den Bockfelsen worauf er ein kleines Schloss mit Namen Lucilinburhuc errichten ließ. Dieses Tauschgeschäft mit der Trierer Abtei St. Maximin bedeutete gleichzeitig die Geburt des Luxemburger Landes. 

Während der kommenden Jahrhunderte wurde die Hauptstadt Luxemburg von verschiedenen Fremdherrschern belagert (Burgunder, Spanier, Franzosen, Österreicher, Deutscher Bund). Unter der Führung des französischen Militäringenieurs und Festungsbauers Vauban, wurde die Festung kontinuierlich ausgebaut und verstärkt, daher auch der Name "Gibraltar des Nordens"

Ein 23 Kilometer langes Labyrinth 

Die Verteidigung der Festungsstadt wurde durch drei Festungsgürtel mit 24 Forts sowie einem unterirdischen 23 Kilomter langen Tunnel-Netzwerk, das tausenden Soldaten samt Ausrüstung und Pferden Deckung gab, gewährleistet. Dieses Labyrinth erstreckte sich über mehrere Stockwerke und reichte stellenweise bis zu 40 Metern in die Tiefe des Felsens. Die Bockkasematten, mit ihren rund 50 Kanonen verteilt auf 1.100 Quadratmeter, wurden in den Jahren 1745/46 von den Österreichern in den Felsen gehauen und boten Platz für rund 1.200 Soldaten.

Mit der Unabhängigkeitserklärung Luxemburgs durch den Londoner Vertrag von 1867, werden weite Teile der Festung geschleift und auf eine Länge von 17 Kilometern reduziert. Heute sind die Bock- sowie die Petrusskasematten für die Besucher geöffnet.

 

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von luxembourg.lu verfasst)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 21-02-2017