Statistik

Die Großregion 2016 in Zahlen

11 Mio. Einwohner erzeugen ein BIP von 370 Mrd. Euro

Foule au centre-villeAnlässlich des 15. Gipfels der Großregion am 20. Dezember 2016 in Arlon haben die statistischen Ämter der Großregion die 11. Ausgabe der „Statistischen Kurzinformationen“ veröffentlicht. Ab dem 1. Januar 2017 hat das Großherzogtum Luxemburg den Vorsitz des grenzüberschreitenden Großraums.

Die Grenzüberschreitung im Alltag

Die Großregion ist der aus dem Großherzogtum Luxemburg, der belgischen Wallonie, den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland sowie dem französischen Lothringen bestehende grenzüberschreitende Großraum. Es handelt sich um eine große grenzüberschreitende Region, die sich durch den grenzüberschreitenden Charakter ihrer Arbeitskräfte, ihrer Dienstleistungen und der Waren auszeichnet. Ihre 11 Mio. Einwohner erzeugen gemeinsam ein BIP von 370 Mrd. Euro, das demnach vergleichbar mit dem BIP Österreichs ist. Das Phänomen der grenzüberschreitenden Arbeit ist eines der wichtigsten Merkmale dieses überregionalen Wirtschaftsraums: täglich überqueren mehr als 220.000 Arbeitnehmer die Grenzen.

Zahlenmäßig ist die Region vergleichbar mit:

  • Litauen, was die Fläche angeht (~65.000 km2);
  • Belgien, was die Bevölkerung angeht (~11 Mio. Einwohner);
  • Belgien oder Polen, was das BIP angeht (~370 Mrd. Euro).

Es ist keine Überraschung, dass dieser grenzüberschreitende Großraum das symbolträchtige luxemburgische Dorf Schengen umschließt, wo 1985 die berühmten Schengener Abkommen unterzeichnet wurden.

Wachstum von Bevölkerung und Beschäftigung

Die kürzlich von den Partnern veröffentlichte Broschüre gibt genauestens Auskunft über die Wirtschaftsindikatoren der Großregion, d. h. BIP, Löhne, Größe und Wachstum der Wirtschaftszweige oder Energieverbrauch. Hier einige Zahlen, die Sie überraschen werden!

Zuerst das Bruttoinlandsprodukt (BIP): dieser Indikator beschreibt die Dynamik und Effizienz aller Akteure einer Wirtschaft. Es überrascht nicht, dass Luxemburg an Platz 1 steht, weit vor der Wallonie, Lothringen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Sein BIP beträgt mehr als 120.000 Euro pro Erwerbstätiger und mehr als 80.000 Euro pro Einwohner. Diese gute Position wird einerseits durch zunehmende Unternehmensgründungen unterstützt, und andererseits durch eine wachsende Beschäftigung, die immer mehr Arbeitnehmer aus den Grenzregionen anzieht.

Was die Gründung von neuen Unternehmen angeht, muss man sagen, dass Lothringen seit 2009 mit 12.000 Unternehmensgründungen eine Art Höhenflug erlebt hat, wobei zweifelsohne auch das Modell des „auto-entrepreneur“ (selbstständig Erwerbstätiger) zu dem guten Ergebnis beigetragen hat. Hier liegt Luxemburg mit ca. 3.500 Unternehmensgründungen an zweiter Stelle.

Was die Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit angeht, kann Luxemburg seine Stellung als Antriebskraft der Großregion verteidigen. Seit 1997 und bis 2015 wird die Rangliste der Gesamtentwicklung der Beschäftigung von Luxemburg angeführt, wobei Luxemburg 2015 nur noch einen Vorsprung von 1,5 % auf den Zweitplatzierten, d. h. Rheinland-Pfalz, aufzuweisen hat. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 % liegt Luxemburg hinter den beiden deutschen Bundesländern, aber vor der Wallonie und Lothringen.

Die Bevölkerung der Großregion ist im Laufe der letzten Jahrzehnte ständig gewachsen. Mit einem Riesenvorsprung auf seine Partner kann Luxemburg auf ein Wachstum seiner Bevölkerung um mehr als 50 % in den letzten 25 Jahren zurückblicken. Über den gleichen Zeitraum ist die Bevölkerung des Saarlands um 7 % zurückgegangen. Den Prognosen zufolge wird die Einwohnerzahl der Großregion bis 2050 um 2 % wachsen. Während heute nur ein Fünftel der Bevölkerung 65 Jahre und älter ist, wird dieser Anteil der Bevölkerung im Jahr 2050 mehr als ein Viertel betragen. Der Anteil der unter 20-Jährigen wird nur in Luxemburg steigen.

(Quelle: Pressemitteilung des Statec)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 04-01-2017